Presseerklärung des Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS)
Auftaktveranstaltung für das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" in Cottbus Sachsendorf-Madlow
Am 28.5.2001 wird die Auftaktveranstaltung des Programms "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf die soziale Stadt" in Sachsendorf-Madlow stattfinden. Bei der Veranstaltung soll über die verschiedenen Projekte und Strategien zur Verbesserung der Lebensqualität für den Stadtteil gemeinsam mit den Bewohnern diskutiert werden. Ein wichtiger Punkt wird die Vorstellung von Ideen und Visionen für Sachsendorf-Madlow durch Bewohnergruppen sein. Mit dem Programm wurde bereits der Umbau der nicht mehr genutzten Kita Zielona-Gora-Straße in ein soziokulturelles Zentrum in Angriff genommen. Hier wird im Herbst die Eröffnung gefeiert. Weitere Projekte in Sachsendorf-Madlow, bei denen die Beteiligung der Bewohner gefragt ist, sind in der Vorbereitung.
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung werden die Ziele und Möglichkeiten des Programms von Akteuren im Gebiet, Vertretern der Stadtverwaltung, des Bundes und des Landes Brandenburg diskutiert. Die Veranstaltung wird von der Stadt Cottbus gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und dem Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) durchgeführt. Das Difu ist im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen und der Länder bundesweit als überregionale Vermittlungs-, Informations- und Beratungsagentur tätig.
Zur Zeit werden 210 Stadtteile in ganz Deutschland über das Programm "Soziale Stadt" gefördert. Die Bundesländer haben aus diesen Gebieten jeweils ein Modellgebiet ausgewählt, in Brandenburg ist es Sachsendorf-Madlow in Cottbus. In allen 16 Modellgebieten arbeitet eine wissenschaftliche "Programm-begleitung vor Ort", in Sachsendorf-Madlow hat das IRS diese Aufgabe übernommen. Das IRS unterstützt und berät die Akteure und dokumentiert die Umsetzung des Programms.
Mit dem Programm "Soziale Stadt" sollen die Lebensverhältnisse in solchen Stadtteilen verbessert werden, die besonders von sozialen, wirtschaftlichen und städtebaulichen Problemen betroffen sind. Vor allem Initiativen und Projekte der Menschen im Stadtteil, die zu einer positiven Entwicklung beitragen, sollen gefördert werden. Stärker als bisher will man mit diesem Programm aus der Städtebauförderung auch soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Aspekte in den Vordergrund rücken. Denn es hat sich gezeigt, dass Städtebau, Architektur und Wohnungsmodernisierung nicht ausreichen, um problematischen Stadtteilen eine positive Zukunftsvision zu geben.
Sachsendorf-Madlow steht unter einem hohen Veränderungsdruck. Soziale, wirtschaftliche und städtebauliche Probleme des Gebietes und der Region finden ihren Ausdruck im starken Bevölkerungsrückgang, der mit hohem Wohnungsleerstand einhergeht. Auch die hohe Arbeitslosigkeit und ein bisher schleppendes Modernisierungsgeschehen belasten das Gebiet. Notwendig wird ein nachhaltiger Stadtumbau sein, der für die heutigen und zukünftige Einwohner neue Qualitäten erlebbar macht. Wie sich bei vergangenen Veranstaltungen gezeigt hat, sind die Bewohner an der Zukunft ihres Stadtteils sehr interessiert. Viele Vereine, Verbände und freie Träger sind bereit, sich mit Engagement für den Stadtteil einzusetzen.
Eine Vielzahl von Projekten, die in ein integriertes Handlungskonzept für den Stadtteil aufgenommen werden, soll über das Programm unterstützt werden. Das Stadtteilmanagement koordiniert dabei die lokalen Aktivitäten der Akteure und setzt neue Impulse in der Bewohnerbeteiligung. Zu den Projekten gehören z.B. die Freiwilligenagentur, das Netzwerk Füreinander-Miteinander und die Einrichtung von Jugendtreffs. Vorrangige Aufgabe ist es, die Projekte auszuwählen, die sich kurzfristig umsetzen lassen.
Bisher ist für das Programm "Soziale Stadt" von Bund und Land eine Förderung von über 3,7 Millionen DM bis zum Jahr 2004 für Sachsendorf-Madlow bereitgestellt worden. Es wird davon ausgegangen, dass weitere Fördermittel in den kommenden Jahren bewilligt werden können. Die Stadt Cottbus ergänzt diese Mittel mit einem kommunalen Mitleistungsanteil, damit das Programm "Soziale Stadt" zu einer nachhaltigen Entwicklung für den Stadtteil beitragen kann.