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soziale stadt - bundestransferstelle

 

"Schule im Stadtteil"

 

In den benachteiligten Stadtteilen leben Kinder und Jugendliche in einem Umfeld, in dem die Zahl positiver Vorbilder und Repräsentanten eines "normalen Lebens" abnimmt. Sie bekommen so den Sinn von Schule, Ausbildung und Beruf nicht mehr ausreichend vermittelt. Mit Aktivitäten und besonderen Angeboten der Schulen kann eine soziale Isolierung von Kindern und Jugendlichen durchbrochen werden.

Schulen sind vor allem für Kinder und Jugendliche die zentralen Orte der Begegnung, Kommunikation und Integration. Bei den quartiersbezogenen Strategien im Handlungsfeld "Schule und Bildung" spielt neben Sprachförderung und Verbesserung des Übergangs von der Schule in die Arbeitswelt vor allem die Öffnung der Schule zum Stadtteil eine wichtige Rolle. Dies bedeutet, dass sich die Schule sowohl nach innen neuen Formen, Methoden und Inhalten des Unterrichts als auch nach außen dem Stadtteil, der Lebenswelt im Umfeld der Schule und damit auch der Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe, mit Betrieben, Verbänden und weiteren Akteuren im Gebiet verstärkt zuwendet.

Den Schulen wird demnach eine Vielzahl von zusätzlichen Aufgaben abverlangt. Dazu benötigen sie finanzielle, personelle und organisatorische Unterstützung; das ehrenamtliche Engagement von Lehrerschaft, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Verwaltungspersonal setzt Veränderungen häufig in Gang, kann sie aber selten auf Dauer tragen. Nicht zuletzt erschwert das Fehlen von Autonomie der Schulen hinsichtlich Personalentscheidungen, Lehrplan, Budget usw. das Beschreiten neuer Wege.

Eine kleine Auswahl von Zitaten und Positionen zum Thema:

"Ich würde die Schulen vom Gängelband der Kultusbürokratien befreien und alle zu kommunalen Schulen machen, damit die Stadträte ein Gebiet haben, über das sie reden können, mit kommunaler Aufsicht über die Schulen. Jede Schule hätte einen Aufsichtsrat, und die Schulleitung hätte natürlich Personalhoheit über alle Menschen…" / "Wir brauchen eine andere ‚Erziehungskompetenz' der Schule, die sie nicht aus sich heraus leisten kann, weil Mathematik- oder Biologielehrer so etwas an der Uni … nicht gelernt haben."
(Christian Pfeiffer, Justizminister des Landes Niedersachsen im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf dem Kongress "Die Soziale Stadt - Zusammenhalt, Sicherheit, Zukunft" des BMVBW im Mai 2002)

"Schule sollte ein Kulturzentrum sein." / "Für die Ganztagsschule gibt es 15 Lehrerstunden, wenn sie voll ausgebaut ist. Mit diesen 15 Lehrerstunden ist das nicht Leistbar, … wir müssen es also über das notwendige Engagement der Lehrer machen." / "In den Ferien geben meine Lehrer … auch noch Nachhilfe für die Schüler."
(Peter Metzler, Astrid-Lindgren-Schule in Schwerin-Neu Zippendorf im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf dem Kongress "Die Soziale Stadt - Zusammenhalt, Sicherheit, Zukunft" des BMVBW im Mai 2002)

"Ein Teil der Lernenden sind junge Mütter, ein anderer Asylbewerber, die auch halbtags arbeiten müssen. … Zum Teil brauchen die Schülerinnen und Schüler Deutschkenntnisse für ganz elementare Dinge, z.B. sind die deutschen Wörter für Körperteile und Körperorgane, für Möbel usw. besonders wichtig. … Besonders kompliziert ist der Unterricht, weil einige Schülerinnen und Schüler die lateinische Schrift nicht beherrschen."
(Ursula Mall, Lehrerin eines Sprachkurses in Quakenbrück)

"Schulen verfügen im Sinne einer erweiterten Schulgemeinde mit Eltern, Verwandten, Bekannten, ehemaligen Schülern über gut funktionierende Kommunikationsstrukturen. Als politisch-ökonomisch neutraler Ort sind sie auch für Vernetzungsaktivitäten prädestiniert." / "Schulen brauchen zusätzliche Ressourcen für ihre Öffnungsaktivitäten … Noch bedeutsamer als die finanziellen Zuwendungen durch Land, Stadt und Sponsoren sind die Anrechnungsstunden für die an der Netzwerkarbeit beteiligten Lehrerinnen und Lehrer."
(Heiner von Schwamen, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ratingen-West im Rahmen der Tagung "Auf dem Weg zur solidarischen Stadt - Kooperation von Stadtentwicklung und Jugendhilfe" des VfK und des im Mai 2001)

"Das A und O der Strategie (liegt) in der Elternarbeit …, Zugang zu den Eltern zu finden, und zwar genau zu den Eltern, die ja nicht als Lobby auftreten. Diese Eltern sieht man in der Regel in den Schulen kaum, wenn aber die Schule es schafft, sie über attraktive Angebote einzubeziehen, hat sie schon viel erreicht."
(Sybille Volkholz, Berlin in einem Statement auf der Tagung "Aufwachsen und Lernen in der Sozialen Stadt. Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebensräumen" des BMFSFJ und des DJI im November 1999)

"Im Blick auf sozial benachteiligte Stadtteile wird (unter anderem) gefordert, den Ländern die Möglichkeiten zu geben, Schulen, die ein überzeugendes Programm vorlegen, besser auszustatten, sei es mit Sachmitteln, Lehrern oder einem Budget für Honorare bzw. Aufwandsentschädigungen, um auf diese Weise auch das Potential an Ehrenamtlichen … aktivieren und nutzen zu können …"
(Diskussionsergebnis der Tagung "Aufwachsen und Lernen in der Sozialen Stadt. Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebensräumen" des BMFSFJ und des DJI im November)

Die vielen Projekte und Maßnahmen in der Projektdatenbank dokumentieren innovative und kreative Konzepte, die aber bei weitem noch nicht die Regel sind.

Info zum Thema "Schule und Bildung im Stadtteil": Newsletter "Soziale Stadt Info 12"

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