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soziale stadt - bundestransferstelle

Bestand macht Stadt

Verwertungsdruck und Bestandspflege im Widerstreit
IfR-Jahrestagung 2002 am 14./15. Juni
im Deutschen Architekturmuseum, Frankfurt am Main

Bauen im Bestand und der Umgang mit alter Bausubstanz rücken in den Blickpunkt von Politik und Investoren. Politische Programme zur Revitalisierung der Innenstädte, zum Erhalt des kulturellen Erbes und lebendiger Quartiere werden aufgelegt. Die Diskussion städtebaulicher Leitbilder erfährt gegenwärtig eine Renaissance. Der Umgang mit architektonisch geformten, städtebaulich prägenden Orten hat in der letzten Zeit allerdings an Schärfe gewonnen. Große gestalterische Leistungen, die zum Selbstverständnis der lebenden Generationen gehören, werden in Frage gestellt, etwa das Olympia-Stadion in München. Der Umgang mit derartigen Bauten, die ein Volksvermögen darstellen, ist jedoch auch eine Frage der "Bau- und Planungskultur".

Die Rückbesinnung auf die "Europäische Stadt" löste die Suche nach neuen Identifikationen, Funktionen und Qualitäten aus, mit denen sich die Städte in Zeiten der Globalisierung profilieren können. Das in der baulichen Struktur und in einzelnen Gebäuden manifestierte kulturelle Erbe gewann in Politik und Wirtschaft auch als Standortfaktor an Beachtung. Großinvestoren (z.B. Fondsmodelle und Aktiengesellschaften) drängen jedoch auf die Ansiedlung ihnen lukrativer erscheinender Gebäudetypologien in den Innenstädten, wie Multiplexkinos, Malls und Urban Entertainment Centers – mit wenig Interesse an den aufwändigen Aspekten der städtebaulichen Einbindung und Gestaltung.

Die öffentliche Hand als Bauherr greift angesichts leerer Kassen immer mehr auf die Hilfe privater Geldgeber zurück, um öffentliche Bauvorhaben zu bewältigen (z.B. Stadthallen, Museen, Rathäuser, Schwimmbäder). Auch derartige Projekte müssen "rentabel" sein – eine Logik, die häufig im Gegensatz zum Qualitätsanspruch von "Baukultur" steht. Vor dem Hintergrund dieser Diskrepanz wurden Debatten begonnen, die dafür sorgen sollen, dass auch die Vermarktungsmechanismen eines immer enger gewordenen Immobilienmarktes sich in eine "Baukultur" einordnen. Hierzu gehören die vom Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen begonnene "Initiative Baukultur" und die vom Minister für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW gestartete Initiative "StadtBauKultur" sowie zahlreiche bürgerschaftliche Initiativen in ganz Deutschland.

Die IfR-Tagung "Bestand macht Stadt" bietet ein Forum, um mit Fachleuten aus Planung und Immobilienwirtschaft die Perspektiven zu diskutieren, die sich in Deutschland für eine am Bestand orientierte Stadtentwicklung ergeben. Besonderes Interesse gilt der direkten Auseinandersetzung mit ökonomisch motivierten Interessen der Immobilienwirtschaft und deren stärkerer Einbindung in Ansprüche der öffentlichen Baukultur. Denn privat motivierte Investitionen prägten und prägen entscheidend das "Gesicht" der Stadt.

Es ergeben sich Aufgaben für alle Akteure: Kommunale Entscheidungsträger müssen bei der Stadtplanung stärker die nachhaltigen und langfristigen Aspekte von Entwicklungsstrategien berücksichtigen, insbesondere, wenn geplante Entwicklungen Bestand verändern. Die Rahmenbedingungen für private Investitionen müssen so gestaltet werden, dass kulturell bewusstes Agieren belohnt wird. Schließlich soll auch für die investiven Akteure die Einbindung in den Bestand und eine Gesamtstruktur unter Wahrung lokaler Identitäten einen nachhaltigen Nutzen haben.

Wie das zu erreichen ist, ist offen: Auf dem Weg dahin soll die Tagung "Trittsteine" schaffen.


Programm - IfR-Jahrestagung 2002

Freitag, 14. Juni 2002

Tagungsmoderation:
Ursula Stein (Büro für Raumplanung und Kommunikation, Frankfurt/M.; IfR)

ab 9.30 Uhr Anmeldung

10.00 Uhr

Begrüßung und Tagungseröffnung
Michael Schult, Vorsitzender des IfR e.V.

10.30 Uhr

Baukultur heute
- Positionen zum Thema
Joachim Brenncke (Vizepräsident der Bundesarchitektenkammer, Schwerin)

11.00 Uhr

Baukultur heute
- Fragestellungen
Johannes Stumpf (Architekt, Berlin)
Dr.-Ing. Thomas Baum (Stadtplaner, VSU-GmbH, Herzogenrath; IfR)

12.00 Uhr


Pause
(Gelegenheit zum Mittagessen individuell im Umfeld des Museums)

13.00 Uhr

Identität durch neue Baukultur? - Diskussionsrunde
Prof. Christian Kopetzki (Gesamthochschule Kassel)
Dr. Winrich Voß (DSK, Deutsche Stadt- u. Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, Frankfurt/M.; IfR)
Bernd Streitberger (Stadtbaurat, Kassel; IfR)

14.30 Uhr

Kaffeepause

15.15 Uhr

Baukultur durch Projekte? - Diskussionsrunde
PD Dr. Dirk Schubert (TU Hamburg-Harburg)
Christian Silberhorn (KITG, Kommunal Investition Treuhand u. Beratung GmbH, Düsseldorf)
Franzis Roxlau-Hennemann (Harpen AG, Projektentwicklung, Dortmund; IfR)

16.45 Uhr

Kaffeepause

17.15 Uhr

Abschlussdiskussion
Prof. Dr. Martin Wentz (Wentz Concept Projektstrategie GmbH, Frankfurt/M.)
Johannes Stumpf (Architekt, Berlin)
Dr.-Ing. Thomas Baum (Stadtplaner, VSU-GmbH, Herzogenrath; IfR)

18.00 Uhr

Zusammenfassung des Tages

Ursula Stein (Büro für Raumplanung und Kommunikation, Frankfurt/M.; IfR)

18.30 Uhr

IfR-Internet-Preis 2002
Verleihung: Michael Schult, Vorsitzender des IfR e.V.
Laudatio: Dr.-Ing. Frank Schröter (TU Braunschweig; IfR-Vorstand)

Samstag, 15. Juni 2002


11.00 - 14.00 Uhr

Parallele Exkursionen in Frankfurt mit fachlicher Begleitung

A


Das Ostend: Europäische Zentralbank auf dem Großmarktgelände und Umstrukturierung des Osthafens;
mit Ursula Brünner, Stadtplanungsamt, Stadt Frankfurt/M.

B


Von der Altstadt zur Innenstadt – ökonomischer Druck als Motor des Stadtumbaus;
mit Dieter von Lüpke, Stadtplanungsamt, Stadt Frankfurt/M.

C

Ernst-May-Siedlung: die Römerstadt – Wohnen im Baudenkmal;
mit Prof. Dietrich-Wilhelm Dreysse, Architekt, Frankfurt/M.

D


Das IG-Farben-Haus: Neunutzung durch die J.-W.-Goethe-Universität Frankfurt/M.;
mit einem Vertreter der Universität

Anmeldung und Information

Informationskreis für Raumplanung e.V.
Vogelpothsweg 78, 44227 Dortmund
Tel. +49 (0)231/75 95 70
Fax +49 (0)231/75 95 97
E-Mail: info@ifr-ev.de
Internet: www.ifr-ev.de

Tagungsort:

Deutsches Architektur Museum
Schaumainkai (Museumsufer) 43
60596 Frankfurt am Main
Tel. +49 (0)69/21238844, Fax: +49 (0)69/21236386
E-Mail: info.dam@stadt-frankfurt.de
Internet: www.dam-online.de

Das Deutsche Architektur Museum ist vom Hauptbahnhof Frankfurt ohne Umsteigen zu erreichen mit der Buslinie 46 (Mühlberg) bis "Untermainbrücke" oder mit der Straßenbahnlinie 16 (Offenbach) bis "Schweizer-/Gartenstraße".

Tagungsbeitrag:

für IfR- und SRL-Mitglieder:

70 EUR  Berufstätige
35 EUR  Erwerbslose und Studierende

für Nicht-Mitglieder:

140 EUR  Berufstätige und Institutionen
  50 EUR  Erwerbslose und Studierende

Die Anmeldung kann per Mail, Fax oder Brief erfolgen.

Anmeldeformular als PDF (ca. 8 KB), als RTF-Dokument (ca. 17 KB)

Der Tagungsbeitrag wird mit der Anmeldung fällig und ist auf das Konto des IfR e.V. Nr. 206 336 465 bei der Postbank Dortmund (BLZ 440 100 46) einzuzahlen. Eine Rechnung wird nicht gestellt. Die Überweisung muss das Kennwort "Tagung 2002" und den Namen des/der Teilnehmenden enthalten. Eine schriftliche Teilnahmebestätigung erfolgt spätestens mit Ablauf der Anmeldefrist. Anmeldeschluss ist der 24. Mai 2002.

Die Teilnehmerzahl der Tagung ist auf 120 Personen begrenzt.

Bei Anmeldungen mit Zahlungseingang bis zum 15. April 2002 gibt es für Vollzahler 10 EUR Rabatt!

Bei Rücktritt von der Anmeldung bis zum 10. Mai 2002 wird der Tagungsbeitrag abzüglich einer Gebühr von 10 EUR erstattet.

Tagungsunterlagen werden zu Beginn der Tagung bereitgestellt. Pausengetränke sind im Beitrag inbegriffen, das Mittagessen ist individuell zu regeln.

Die Exkursionen sind Teil des Tagungsprogramms. Bitte die gewünschte Exkursion auf dem Anmeldeformular angeben.

Hotelreservierung: Fremdenverkehrsamt Frankfurt am Main, Telefon: +49 (0)69/2123 8800, Internet: www.frankfurt-tourismus.de

Anmeldeschluss: 24. Mai 2002

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