Tagung am 6. Dezember 2002, Haus der Patriotischen Gesellschaft, Hamburg
Besonders in Zeiten knapper öffentlicher Mittel erhöht sich für die Einrichtungen in den Feldern der Sozialen Arbeit der Druck, effizient zu wirtschaften und möglichst öffentliche Mittel einzusparen. Damit verbinden sich nicht nur Tendenzen zum Zusammenschluss kleinerer, ursprünglich meist als Vereine organisierter Träger, sondern auch zu deren Ausgestaltung als (wirtschaftlich orientierter) Anbieter auf dem Markt sozialer Dienstleistungen. Auf der anderen Seite haben die Aufforderungen zu ehrenamtlicher Tätigkeit und zur Selbsthilfe Konjunktur, ohne dass so recht deutlich wird, wie sich die neue Wirtschaftlichkeit der sozialen Einrichtungen mit dieser auf Solidarität zielenden Werthaltung organisatorisch und inhaltlich verbinden soll.
Ebenfalls in Zeiten wirtschaftlichen Niedergangs, Massenarbeitslosigkeit und mangelnder öffentlicher Ressourcen entwickelte sich, ursprünglich in der Arbeiterbewegung, die Idee zu Genossenschaften vor allem als (Ver)Sicherungs-Organisationen für ihre Mitglieder. Verstärkt seit den 1980er Jahren findet dieser Gedanke in Deutschland wieder größere Beachtung, wobei sich zunehmend auch Sozialgenossenschaften heraus bildeten, die sich den Zielen der Arbeitsplatzschaffung, der besseren sozialen Versorgung und dem selbst bestimmten Arbeiten verpflichtet sehen. Wenn man zudem bedenkt, dass der Genossenschaftsgedanke den Grundideen von Solidarität und Selbstorganisation durch Mitgliedschaft folgt, verwundert es, dass er in den Feldern der Sozialer Arbeit bis heute nur vereinzelt bekannt und diskutiert ist. Die Tagung will einen Beitrag dazu leisten, dem abzuhelfen.
Gemeinsam mit ExpertInnen aus der Genossenschaftsbewegung und der Sozialen Arbeit, mit VertreterInnen von Trägern sozialer Einrichtungen und aus Politik und Verwaltung soll ausgelotet werden, welche Chancen und Grenzen die Form der Sozialgenossenschaft für die Organisation der Trägerlandschaft und der Selbstorganisation der Betroffenen in den Felder der Sozialen Arbeit bietet.
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9.00 Uhr |
Begrüßung |
Lutz Peters Ev. Fachhochschule f. Sozialpädagogik, Hamburg |
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9.15 Uhr |
Vorteile der Genossenschaft als Rechtsform |
Dr. Burchard Bösche Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften e.V. |
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10.00 Uhr |
Sozialgenossenschaften als Alternative bzw. Perspektive für soziale Einrichtungen |
Dr. Burghard Flieger Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. |
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10.45 Uhr |
Pause |
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11.00 Uhr |
Praxisbericht 1: Hamburger AssistenzGenossenschaft eG |
Clemens Reichow |
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11.30 Uhr |
Praxisbericht 2: Lerchenhof Handwerksgenossenschaft St. Pauli eG |
Michael Hermann |
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12.00 Uhr |
Praxisbericht 3: Stadtteilgenossenschaft Wedding für wohnortnahe Dienstleistungen eG |
Willy Achter |
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12.30 Uhr |
Mittagessen in der Rathauspassage |
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13.30 Uhr |
Anfragen und Perspektiven: Sozialgenossenschaft aus Sicht der Sozialen Arbeit |
Prof. Dr. Timm Kunstreich Ev. Fachhochschule f. Sozialpädagogik, Hamburg |
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14.15 Uhr |
Anfragen und Perspektiven: Sozialgenossenschaft aus Sicht von Verwaltung und Politik |
Thomas Böwer Mitglied der Bürgerschaft Hamburg (SPD) |
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15.00 Uhr |
Pause |
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15.30 Uhr |
Abschlussdiskussion |
Moderation: Dr. Burghard Flieger Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. |
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17.00 Uhr |
Ende der Tagung |
Anmeldeformular (pdf-Format)
Veranstalter: Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften e.V. und Ev. Fachhochschule für Sozialpädagogik, Hamburg
Ev. Fachhochschule f. Sozialpädagogik
Horner Weg 170
22111 Hamburg
Tel: +49 (0)40/655 91 180
Fax: +49 (0)40/65 59 12 28
E-Mail: ev-fhs-hh@rauheshaus.de