Der Bericht über eine Gemeinschaftstagung (9. - 10. November 2000) der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft zu Hildesheim und der Fachochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen, Fachbereich Sozialpädagogik liegt als pdf-Datei vor unter www.fh-hildesheim.de/FBE/FBS/download/WegeZurSozialenStadt.pdf oder auf unserem Server unter www.sozialestadt.de/veroeffentlichungen/literatur/nds-001109-bericht.pdf (pdf-Datei, ca. 1.250 kb).
Konrad Deufel definiert aus seiner Sicht als Oberstadtdirektor von Hildesheim die "Soziale Stadt" umfassend und wendet die so gefundenen Kriterien auf Hildesheim an. "Soziale Stadt" ist danach mehr als ein kompensatorisches Programm für einzelne benachteiligte Stadtteile und auch mehr als nur kommunale Sozialpolitik.
Stefan Geiss aus dem Forschungsinstitut "empirica", das für die Wohnungswirtschaft grundlegende Studien zu den "überforderten Nachbarschaften"(GdW 1998) erarbeitet hat, stellt Kriterien und eine Fülle von konkreten Vorhaben vor, wie Situationen in Stadtteilen durch bauliche und soziale Projekte verbessert werden können.
Michael Rothschuh, Prof. an der Fachhochschule, fordert aus der Sicht der Profession Soziale Arbeit eine Abkehr einer bloßen Mängelsicht zu der gezielten Suche nach in den Stadtteilen vorhandenen Potenzialen mit dem Ziel der Entwicklung von Stadtteilen und Nachbarschaften "von innen nach außen".
Ingo Kollibay analysiert als Architekt die Gründe für Segregationstendenzen in Stadtteilen und fordert eine Nachhaltigkeit von Stadtentwicklung durch Verzicht auf Monostrukturen und die Errichtung von städtebaulichen "Mischwäldern".
Im zweiten Teil wird der Schwerpunkt auf praktische Erfahrungen und Modelle gelegt:
Senatsrat Heinz-Bernd Bluhm beschreibt am Beispiel Bremens konkrete Möglichkeiten einer Großstadtverwaltung, BürgerInnen in die Planung und Realisierung einer "Bürgerstadt" einzubeziehen.
Die Professorin des Fachbereichs Architektur der Fachhochschule und frühere Stadtplanerin Gisela Mattern verdeutlicht am Beispiel von zwei Hannoverschen Stadtteilen den 30jährigen Prozess, in dem sich Bürgerbeteiligung im Wechselspiel von Stadtverwaltung, Stadtplanung, Politik und kritischen BürgerInnen zu einem unverzichtbaren Element von Stadtteilplanung und –gestaltung entwickelt hat.
Manfred Joppke arbeitet als Anwaltsplaner im Stadtteil Hannover-Kronsberg, dem EXPO-Stadtteil, wo Bürgerbeteiligung begonnen wurde, bevor die ersten BewohnerInnen eingezogen sind. Er stellt heraus, welche Bedingungen geschaffen werden, um langfristig eine Subjektrolle der BürgerInnen in ihrem Stadtteil zu sichern.
Einen Ausschnitt aus den vorbereitenden Untersuchungen zu dem Hildesheimer Stadtteil Drispenstedt, das Programmgebiet für die "Soziale Stadt" werden soll, stellt Klaus Habermann-Nieße von der Planerwerkstatt Hannover vor. Probleme werden benannt, aber die Richtung wird aus der Überschrift deutlich: "Ein Stadtteil im Aufwind".
Im dritten Teil werden die "Werkstätten zur Nachbarschaftsentwicklung" zusammengefasst:
Im Beitrag des Sozialarbeiters Andreas Bunge geht es vorrangig um die Zusammenarbeit zwischen einer Wohnungsbaugesellschaft und der mit ihr in Vertragsbeziehungen stehenden Gemeinwesenarbeit eines Wohlfahrtsverbandes.
Lutz Finkeldey, Prof. an der FH, thematisiert die Lebenslage von Jugendlichen und erprobt mit den Teilnehmern die Möglichkeiten, ihre Interessen und Beteiligungsmöglichkeiten zu erforschen.
Thomas Behrendt, Sozialarbeiter aus Berlin, gibt in seiner Werkstatt den Teilnehmenden Möglichkeiten, erste Schritte zur Bürgerbeteiligung selbst zu erfahren und erläutert deren Anwendung in der Mieterberatung.
Abschließend haben wir einige nachträgliche Gedanken zu der Tagung in den Bericht eingearbeitet, von den Studierenden Dorthe Carls, Nadine Vennekohl und Alexander Hornburg sowie der Vertreterin einer Hildesheimer Bürgerinitiative Maria Klug.
Rückmeldungen zu dem Tagungsbericht werden erbeten an Prof. Michael Rothschuh, der zusammen mit Studierenden den Bericht herausgegeben hat: michael.rothschuh@fh-hildesheim.de.