Eine internationale Fachtagung in Zürich
Gottlieb Duttweiler Institut GDI, Rüschlikon bei Zürich
Donnerstag, 25. April 02
Freitag, 26. April 02
Veranstalterin
Fachstelle für Stadtentwicklung der Stadt Zürich
Präsidialdepartement
Tagungsziel
Die europäischen Städte haben in den letzten beiden Jahrzehnten viele Erfahrungen gesammelt mit Projekten zur Gebietsentwicklung belasteter Stadtteile, die "soziale Stadt", "integrale Stadtteilentwicklung" oder "Gebietsaufwertungen" genannt werden. Mit dieser Tagung möchten wir einen vertieften Blick auf die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedinungen werfen, unter denen diese Programme und Projekte entwickelt werden und die Instrumente beleuchten, mit denen sie umgesetzt werden. Ziel ist eine fachliche Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft, Politik und Verwaltung mit den Erfahrungen und Folgen von Stadtteilentwicklungsprozessen.
Das thematische Schwergewicht dieser Tagung soll auf der Diskussion folgender fünf Fragen liegen: Aufgrund welcher Kriterien werden die Gebiete ausgewählt? Mit welchen Steuerungsinstrumenten und Ressourcen sind die Programme ausgestattet? Wer formuliert, entscheidet und setzt die Programme um? Wie lässt sich am besten ein Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen erreichen? Wie lassen sich Qualität und Erfolg der Programme überprüfen?
Die Tagung ist als ein internationaler Wissens- und Erfahrungsaustausch konzipiert. Deshalb wird neben dem Referatsteil, in dem Fachleute aus Wissenschaft und Praxis eine Auslegeordnung schaffen, grosses Gewicht auf themenorientierte Workshops gelegt. Einzelne konkrete Beispiele aus der Schweiz, den Niederlanden, Deutschland und Österreich werden die Diskussionsschwerpunkte veranschaulichen.
Tagungsprogramm
Donnerstag, 25. April 2002
Grundlagenreferate
8.30
Ankunft, Kaffee9.30
9.50 Einstieg ins Thema: Ansätze für Quartieraufwertungen in Zürich
Brigit Wehrli-Schindler, Soziologin, Direktorin der Fachstelle für Stadtentwicklung der Stadt Zürich.
Die Stadt Zürich hat in den letzten Jahren ihre Anstrengungen verstärkt, einzelne belastete Quartiere zu entwickeln bzw. aufzuwerten. Gründe dafür sind soziale und infrastrukturelle Probleme, aber auch durch wirtschaftliche Entwicklungen beeinflusste Quartierveränderungen. Aus behördlicher Sicht geht es insbesondere darum, den städtischen Lebensraum für alle attraktiver zu machen.
10.30
Soziale Stadtentwicklung in DeutschlandNach zehn Jahren Erfahrung mit Quartierentwicklung und Gentrification-Debatte stellt sich die Frage nach den Widersprüchen von Agenda Setting und Implementation oder von Anspruch und Realität von Quartierentwicklungsprogrammen. Die Referentin wird aus wissenschaftlicher Sicht einen Überblick über die Programme in deutschen Städten geben und deren implizite Widersprüche betrachten.
11.10
Urban Renewal – the Dutch Way. Experiences in Rotterdam in a European PerspectiveDie Niederlande haben eine lange Tradition der Gebiets- und Stadtentwicklung. Niederländische Behörden gehören zu den Vorreitern kooperativer Verfahren. Der Referent zeigt am Beispiel einer europäischen "Boom-Town", der Stadt Rotterdam, welche Chancen, Probleme und Folgen mit den dort angewandten Strategien verknüpft sind. Zudem stellt er die regionalen Erfahrungen in den Rahmen von europäischen Politikentwicklungen.
11.50 Mit städtebaulichen Mitteln gesellschaftliche Probleme lösen – Anspruch und Wirklichkeit des Quartiermanagements
Soziale und städtebaulich-funktionale Probleme treten in der Regel zur gleichen Zeit am selben Ort auf. Angesichts zunehmender Konzentration sozialer Problematik wird mit einer sozialeren Gestaltung der Stadterneuerung auf die Verräumlichung der Probleme geantwortet. Vor diesem Hintergrund werden Fragen der Segregation und Konzentration, der Bedeutung des Fremden und der Integrationsfähigkeit des Raumes angesprochen und diskutiert, wo und wie die Strategie des Quartiermanagements auf eine Stadtgesellschaft integrativ wirken kann.
14.00 – 16.30 Workshops I
Workshop 1: Auswahlkriterien
Input-Referat: "Stadtumbau und integrierte Stadtentwicklungsplanung in Leipzig".
Zur Diskussion stehen unterschiedliche Auswahlkriterien für Gebiete, die Teil von Quartierentwicklungsprogrammen sind. In ostdeutschen Städten dominieren andere Probleme (Bevölkerungsverluste, Wohnungsleerstand, baulicher Zerfall, Verödung) als in Städten wie Zürich und Rotterdam. Die soziale Entmischung ist hingegen in fast allen europäischen Städten zu beobachten.
Workshop 2: Programme, Steuerungsinstrumente und Ressourcen
Input-Referat: "Ansätze zur Stadtreparatur".
Am Beispiel der Stadt Wien werden Ansätze möglicher Mehrfach- und Zwischennutzungen von Flächen aufgezeigt. Strategische Programme sollten mehr können als nur Flächendefizite mindern. Sie sollten auf Trends reagieren, zur Konfliktentspannung beitragen, "Bühnen" bieten und ein flexibles, wirkungsorientiertes Verwaltungshandeln ermöglichen. Hinzu kommt die Frage, wie mittels Public-Private Partnership Geld- und Sachleistungen für die öffentliche Hand generiert werden können.
Workshop 3: Formulierung, Entscheidung, Umsetzung
Input-Referat: "Soziale Stadtentwicklung in Hamburg – ein integrativer Ansatz".
Angestrebt werden konkurrenzfähige und lebenswerte Stadträume im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung. In diesem Rahmen sind neue Handlungsformen gefordert, die konsensuale Lösungen und zusätzliche Professionalität bei der Quartierentwicklung ermöglichen. Mit dem integrativen Ansatz in Hamburg sollen alle Politikfelder auf der Ebene der Quartiere gebündelt und ein koordiniertes Handeln aller Akteure vor Ort erreicht werden.
Workshop 4: Win-Win Situationen schaffen
Input-Referat: "Wie Stadtteile zu Marken werden".
Kommunikationsmassnahmen für Stadtteile und Stadtenwicklungsprozesse verändern sich: Vom amtlichen Infoblatt im Verlautbarungsstil hin zur offensiven Vermarktungsstrategie, von der nachträglichen Werbung um Akzeptanz zum integralen Element des Planungsprozesses. Der Workshop beleuchtet, wie Marken-Strategien für Stadtteilprojekte nutzbar gemacht werden können. Ausgehend von Beispielen aus Hamburg sollen generelle Bedingungen für Win-Win-Lösungen in der Kommunikation von Aufwertungsprozessen entwickelt werden.
Workshop 5: Qualitäts- und Erfolgskontrollen
Input-Referat: "Vom erfolgreichen Scheitern: Stadtteilaufwertung evaluieren".
Der Workshop widmet sich den Möglichkeiten einer Qualitäts- und Erfolgskontrolle von Quartieraufwertungen. Zur Diskussion stehen Ansätze aus Wien und anderen europäischen Städten sowie die Frage, ob eine Verallgemeinerung möglich ist oder ob jede Stadt ihr eigenes Monitoring- bzw. Controlling-System entwickeln muss.
16.30 Pause
16.50 Kurze Berichterstattung aus den Workshops
Leitung: Brigit Wehrli-Schindler, Direktorin Fachstelle für Stadtentwicklung Zürich.
Die Berichterstattung und die Diskussion der offenen Fragen aus den Workshops vom Donnerstag bilden die Basis für die Strukturierung der Workshops vom Freitag.
17.30
Transfer Stadt Zürich (Hotels)19.30 Abendessen in der Stadt Zürich
Tagungsprogramm
Freitag, 26. April 2002
Einführungsreferat
9.00
Stadterneuerung vor Ort: Seiltänze zwischen Machtsphären, Kreativität und wirklichen HandlungsmöglichkeitenStadterneuerung findet immer vor Ort, in einem komplexen Umfeld statt. Wie lesen wir einen Ort? Wie ermitteln wir die lokalen Notwendigkeiten? Welche Elemente eines Ortes stehen zu welcher sachlichen, zeitlichen und sozialen Disposition? Neben diesen Ausführungen wird die Referentin zu verschiedenen Aspekten des Vortages Stellung nehmen und zeigen, wie internationale Erfahrungen in lokale Erneuerungsprozesse eingewoben werden können.
9.45 -11.45 Uhr Workshops II
Workshop 1:
Moderation Prof. Dr. Peter Sommerfeld,Workshop 2: Moderation Barbara Emmenegger, Soziologin,
Fachstelle für Stadtentwicklung
Workshop 3: Moderation Michael Emmenegger, Geograf,
Fachstelle für Stadtentwicklung
Workshop 4: Moderation Dr. Walter Schenkel, Politologe,
synergo Zürich
Die genauen Themen der Workshops II werden auf der Basis der Erkenntnisse des ersten Teils der Tagung durch ein Vorbereitungsteam definiert und am Freitagmorgen bekanntgegeben. Mögliche Fragestellungen: Segregation, Partizipation, politische Prozesse, Umsetzung von Projekten, Kooperation der verschiedenen Akteurinnen und Akteure. Der Schwerpunkt dieser zweiten Workshopserie liegt auf der Umsetzungsebene.
11.45 Kurze Berichterstattung aus den Workshops
12.30 Mittagessen
14.00 – 15.30 Arena
Moderation: Reto Brennwald, Schweizer Fernsehen DRS (angefragt)
Vertreterinnen und Vertreter aus den Städten Zürich, Basel, Hamburg, Leipzig, Wien, Graz, Rotterdam und Amsterdam nehmen aus der Sicht von Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik Stellung zu den Tagungsergebnissen. Diskutiert wird im Arena-Stil und im Plenum.
15.30 Ende der Veranstaltung
Stadtführung
Samstag, 27. April 2002
ca. 10.00 – 13.00 Uhr
Thematische Stadtführung durch Entwicklungsgebiete in Zürich.
Genauere Informationen erhalten Sie mit dem Detailprogramm zur Tagung.
Tagungsort
Tagungszentrum des Gottlieb Duttweiler Institut (GDI)
Langhaldenstrasse 21, 8803 Rüschlikon bei Zürich
Tagungsorganisation
Fachstelle für Stadtentwicklung der Stadt Zürich
In Zusammenarbeit mit Dr. Walter Schenkel, synergo Zürich
Tagungssekretariat
Fachstelle für Stadtentwicklung der Stadt Zürich
Eveline Bürchler, Stadthaus, Postfach, 8022 Zürich
Telefon +41-01-216 36 63, Fax +41-01-216 36 81
E-Mail: stadtentwicklung@prd.stzh.ch
Tagungskosten
sFr. 380.-
Im Preis inbegriffen: Teilnahme Tagung, Pausenverpflegung, zwei Mittagessen, Abendessen Donnerstag, 25. April.
Zahlungsmodus
Einzahlung bis 20. März 2002.
Einzahlung aus der Schweiz: Stadtkasse Zürich, 8022 Zürich, PC-Konto: 80-2000-1
Mit dem Vermerk: 1510.00.1017.001.4340.425
Einzahlung aus den übrigen Ländern:
Zürcher Kantonalbank, 8021 Zürich, Konto-Nr. 1100-6116.002, Bankleitzahl 700,
zu Gunsten: Finanzverwaltung der Stadt Zürich, Vermerk: 1510.00.1017.001.4340.425
Anmeldung
Bis 20. März 2002 mit beiliegender Anmeldekarte oder per E-Mail.
Die Anmeldung wird mit der Einzahlung der Tagungsgebühr registriert.
Die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist auf ca. 100 Personen beschränkt.
Unterkunft
Bis Ende Februar 2002 werden in den folgenden Hotels Zimmer für Sie vorreserviert
Hotel Scheuble, Mühlegasse 17, 8001 Zürich, Tel.: +41-01-268 48 00 Fax: +41-01-268 48 01
Preis EZ inkl. Frühstück: ca. 110 Euro.
Hotel Senator: Heinrichstrasse 254, 8005 Zürich, Tel.:+41-01-448 18 18 Fax: +41-01-272 25 85
Preis EZ inkl. Frühstück: ca. 110 Euro
Hotel Montana, Konradstr. 39 8005 Zürich, Tel.:+41-043-366 60 00 Fax: +41-043 366 60 10
EZ inkl. Frühstück ca. 110 Euro
Die Hotels befinden sich im Zentrum von Zürich.
Bitte um rasche Reservierung der Zimmer. Die Spezialpreise der Hotels gelten nur mit dem Vermerk: Tagung Stadtentwicklung. Weitere Hotels in allen Preiskategorien finden Sie auf www.zurichtourism.ch
Anmeldung
Aufwertung als Programm?
Ansätze und Folgen integrierter Stadtteilentwicklung
Internationale Fachtagung in Zürich
25./26. April 2002
Gottlieb Duttweiler Institut Rüschlikon, Zürich
Name
Vorname
Funktion
Organisation
Adresse
PLZ, Ort
Telefon, Fax
Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie an den folgenden Veranstaltungen teilnehmen möchten:
___ Teilnahme am Nachtessen Donnerstag, 25. April
___ Teilnahme an der thematischen Stadtführung, Samstag, 27. April 2002 ca. 10.00-13.00 Uhr
Bitte senden Sie die Anmeldung bis zum 20. März 2002
per Post, Fax oder E-Mail an:
Frau Eveline Bürchler
Fachstelle für Stadtentwicklung,
Stadthaus, Postfach
CH-8022 Zürich
Fax +41-01-216 36 81
E-Mail: stadtentwicklung@prd.stzh.ch