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5.2 Lokale Ökonomie

Die Lokale Ökonomie kann einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung und Verbesserung der Lebensverhältnisse in benachteiligten Stadtteilen leisten. Im Vordergrund steht dabei, die "Teilökonomie der Stadtteil- und Quartiersbetriebe" (1) zu fördern, die sich trotz ihrer "zentralen Bedeutung für den städtischen und lokalen Arbeitsmarkt sowie die Versorgungsqualität der Stadtteile ... bis vor kurzem im ,toten Winkel' der Stadtpolitik" befand (2). Mit einer solchen lokal orientierten Wirtschaftsförderung wird die Förderung technologie- und global orientierter Teile der städtischen Ökonomie ergänzt, die heute meist im Mittelpunkt von kommunaler Wirtschaftspolitik steht. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung lokalökonomischer Ansätze ist die Einbettung quartiersbezogener Entwicklungskonzepte in gesamtstädtische und regionale Wirtschaftsstrategien, da diese "Betriebe ... trotz ihrer lokalen Orientierung in ihrer Entwicklung in vielfältiger Weise von überregionalen und selbst globalen Bezügen beeinflusst" (3) werden.

Die Stärkung der Lokalen Ökonomie spielt in rund 60 Prozent der Programmgebiete eine Rolle und nimmt damit den dritten Rang bei den Zielnennungen ein(4). Wie viel Bedeutung diesem Handlungsbereich vor Ort beigemessen wird, zeigt sich auch darin, dass vier der insgesamt neun in den Modellgebieten der Sozialen Stadt durchgeführten Themenkonferenzen sich mit dem Bereich Lokale Ökonomie beschäftigten(5). Bei den konkreten Maßnahmen und Projekten erreichen die Handlungsfelder der "Lokalen Ökonomie" - "Wertschöpfung im Gebiet" (64 Nennungen), "Beschäftigung" (121 Nennungen) sowie "Qualifizierung und Ausbildung" (124 Nennungen) - hingegen lediglich die Ränge 18/19, 10 und 9 (6). Offenbar wird im Bereich "Lokale Ökonomie" zwar großer Handlungsbedarf gesehen, doch scheinen Unsicherheiten über erfolgversprechende Handlungsstrategien zu bestehen(7).

Probleme und Potenziale im Handlungsbereich Lokale Ökonomie

Das Fehlen von Arbeitsplätzen und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie von Qualifizierungs- und Ausbildungsangeboten ist ein zentrales Problem in den benachteiligten Quartieren. Dabei betrifft die Arbeitslosigkeit in den Stadtteilen - wie zum Beispiel im Modellgebiet Cottbus - Sachsendorf-Madlow - Jugendliche häufig überproportional: "Angesichts des hohen Anteils von Jugendlichen ist der Stadtteil Sachsendorf-Madlow in besonderem Maße von deren schwieriger Zukunftsplanung und Perspektivlosigkeit gekennzeichnet. Der Anteil jugendlicher Arbeitsloser ist hier höher als in anderen Stadtteilen" (8). Besonders hoch ist die Arbeitslosigkeit in der Regel bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund; im Modellgebiet Berlin- Kreuzberg - Kottbusser Tor beispielsweise hat über ein Drittel dieser Jugendlichen keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz (9).

Folgen hoher Arbeitslosigkeit in den Gebieten sind Einkommens- und Kaufkraftverluste der Quartiersbevölkerung; sie gefährden damit die wirtschaftliche Entwicklung der im Stadtteil verankerten Betriebe und Unternehmen: "Besonders negativ wirkt sich die zunehmende soziale Polarisierung der Stadt und die damit verbundene Abwärtsspirale ökonomischer, sozialer und baulicher Erosion einzelner Stadtteile auf die Existenz lokal orientierter Betriebe aus." (10) In Verbindung mit der Konzentration im Einzelhandel (Filialisierung, Malls, Zentren auf der "grünen Wiese") kommt es in der Folge häufig - wie beispielsweise im Modellgebiet Leipziger Osten - zu Schließungen von Läden und damit zu Leerstand: "Geschäftsschließungen auch alteingesessener Einzelhändler sowie der Leerstand von Ladenlokalen ... sind gravierende Folgen des wirtschaftlichen Niedergangs ..." (11) Dies wirkt sich wiederum mindernd auf die Attraktivität des Stadtteils und der lokalen Geschäfte aus; teilweise "existiert keine ausreichend stabile lokale Ökonomie zur Deckung des täglichen Bedarfs" mehr(12).

Dennoch wird für rund die Hälfte der Programmgebiete die Lokale Ökonomie als Potenzial der Stadtteilentwicklung mit einem Schwerpunkt auf Stabilisierung und Stärkung der im Stadtteil vorhandenen ökonomischen Strukturen angesehen (13). Das häufig insbesondere bei der Bewohnerschaft mit Migrationshintergrund vorhandene Interesse, eine selbständige Existenz zu gründen, bietet darüber hinaus die Chance, die Teilökonomie der Stadtteil- und Quartiersbetriebe zu stärken. Insbesondere in nutzungsgemischten Altbauquartieren stellen Brachen ein Flächenpotenzial dar, das - seine Verfügbarkeit und Mobilisierung vorausgesetzt - Flächennachfragen aus dem Stadtteil und Ansiedlungsanliegen von außerhalb bedienen kann(14). Des Weiteren sind die Projekte und Maßnahmen der integrierten Stadtteilentwicklung selbst ein Potenzial für die Lokale Ökonomie, wenn sie mit Beschäftigungsmöglichkeiten für die Quartiersbevölkerung verknüpft werden. Insgesamt bieten zentrale, urbane und nutzungsgemischte Stadtteile mehr Ansatzpunkte für lokal-ökonomische Strategien als die fast ausschließlich auf Wohnen ausgerichteten Großsiedlungen am Stadtrand (15). Auch in sehr kleinen Gebieten fehlen in der Regel die Ansatzpunkte für eine lokal-ökonomisch zukunftsfähige Entwicklung(16).

Lokale Ökonomie - Strategien zur Stabilisierung und Weiterentwicklung

Vielerorts bemühen sich Quartiermanagement, lokale Akteure und Verwaltung mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen und Aktionen darum, bestehende Unternehmen und Existenzgründungen zu unterstützen, die lokale Beschäftigungssituation zu verbessern, Aus- und Weiterbildung zu fördern, über Aktivitäten im Zweiten Arbeitsmarkt und im Bereich Soziale Ökonomie das Zusammenleben im Stadtteil zu intensivieren und sozial integrierend zu wirken. Insgesamt lassen sich dabei typische Strategien und Maßnahmen ableiten, die im Folgenden näher beschrieben werden: Wesentliche Bedeutung für die Unterstützung und Weiterentwicklung der Lokalen Ökonomie haben Vor-Ort-Büros für Wirtschaftsentwicklung (17), die bereits in einigen Programmgebieten eingerichtet wurden. Aufgaben dieser Büros sind insbesondere aufsuchende und begleitende Beratung sowie Qualifizierung von Einzelbetrieben, Existenzgründungsförderung, Initiierung von Netzwerken und Kooperationen, Imageverbesserung und Aufbau von Kommunikationsstrukturen sowie Einbindung von wirtschaftsrelevanten Einrichtungen (z.B. Arbeitsamt, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer) in die Vor-Ort-Arbeit. Zugleich wird häufig das Ziel verfolgt, die Bindung der ortsansässigen Bevölkerung und Unternehmen an den Ort zu fördern und sie zu unterstützen. Alternativ zur Einrichtung von lokalen Büros für Wirtschaftsentwicklung werden die genannten Aufgaben in manchen Gebieten durch spezialisierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des lokalen Quartiermanagements wahrgenommen(18).

Praxisbeispiel

Abbildung 38
(Foto: Susanne Wewer, Gelsenkirchen)

Büro für Wirtschaftsförderung in Gelsenkirchen – Bismarck/Schalke-Nord

Das Büro für Wirtschaftsförderung (BfW) ist als eine Außenstelle des Amtes für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung eingerichtet worden und versteht sich als Teil des Stadtteilmanagements. Es arbeitet mit örtlichen Unternehmen, Einzelhändlern und Existenzgründern zusammen und konzentriert sich auf Tätigkeitsfelder wie aufsuchende und begleitende Beratung sowie Qualifizierung von Betrieben, Förderung von Existenzgründungen, Initiierung von Netzwerken und Kooperationen, Imageverbesserung und Aufbau von Kommunikationsstrukturen, Gutachten/Befragungen/Analysen, Projektentwicklung.

Als besonders zentral in der Programmumsetzung werden auch Maßnahmen zur Bestandspflege angesehen (19) . Um wirtschaftlich erfolgreich zu agieren, benötigen viele kleine Betriebe und Unternehmen direkt auf ihre Situation zugeschnittene Beratungsleistungen (20) . Mit aufsuchenden und individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Unternehmens ausgerichteten Beratungsangeboten wie betriebsorientierten Seminaren und Informationsveranstaltungen beispielsweise in den Bereichen EDV oder Marketing, Informationen über Programme der Wirtschaftsförderung und der Arbeitsmarktpolitik sowie Beratungsleistungen bei der Beantragung von Fördermitteln wird in vielen Gebieten auf diesen Bedarf reagiert. Zunehmend wird besondere Aufmerksamkeit den ethnischen Unternehmen entgegengebracht, da diese häufig eine wichtige Versorgungsfunktion in den Quartieren erfüllen. Deutlich zeigt sich, dass eine erfolgreiche Bestandspflege - soweit entsprechende kleinräumige Daten fehlen, und dies ist der Regelfall - zunächst eine Analyse der im Gebiet tätigen Betriebe und Unternehmen im Hinblick auf ihre Wirtschafts- und Sozialstruktur sowie Beratungsbedarfe voraussetzt (21) .

Bei der Förderung von Existenzgründungen geht es in den benachteiligten Stadtteilen um die sorgfältige Beratung von häufig "entmutigten und formal oft nicht sehr hoch qualifizierten Personen" (22) . "Die Erfahrungen zeigen, dass sich viele Existenzgründer in ihrer Entscheidungsfindung schwer tun, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Risiken oft nicht ausreichend bedenken." (23) Existenzgründer in den Gebieten werden daher - auch über die Anfänge ihrer Selbständigkeit hinaus - gezielt durch Informationen über Fördermöglichkeiten, durch Qualifizierung und begleitendes Coaching sowie themenbezogene Seminare unterstützt. Teilweise werden Existenzgründerinnen und -gründern auch leer stehende Räumlichkeiten zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt (24) . Als wesentlich hat sich herausgestellt, nur solche Existenzgründungen zu fördern und zu subventionieren, deren Leistungen tatsächlich nachgefragt und gebraucht werden, sodass die neu gegründeten Unternehmen mittel- bis langfristig von der öffentlichen Förderung unabhängig werden (25) .

Im Bereich von Beschäftigungsförderung und Qualifizierung kommen in den Gebieten sowohl personen- als auch unternehmensbezogene Maßnahmen zum Einsatz. Während bei personenbezogenen Maßnahmen die Unterstützung der Fähigkeiten und Potenziale des Einzelnen und häufig bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Jugendliche, Frauen oder Behinderte im Vordergrund stehen (26) , sind unternehmensbezogene Maßnahmen stärker am Bedarf der Unternehmen im Stadtteil ausgerichtet; Arbeit Suchende aus dem Gebiet werden dementsprechend gezielt qualifiziert (27) . Bisherige Erfahrungen lokaler Beschäftigungsträger zeigen, wie wichtig eine Verbindung von personen- und unternehmensorientierter Beschäftigungsförderung und Qualifizierung für eine effektive und passgenaue Vermittlung ist. Davon profitieren beide Seiten. Außerdem kommen ohne diese Verknüpfung neu geschaffene Arbeitsplätze im Stadtteil nicht der Quartiersbevölkerung zugute (28) . Die Verknüpfung beider Ansätze hat sich zudem vor dem Hintergrund bewährt, dass die in der Regel kleineren Unternehmen in den benachteiligten Stadtteilen ihr Personal selten über Suchanzeigen in Tageszeitungen, vielmehr häufig über den Weg persönlicher Empfehlungen rekrutieren.

Ein wichtiger Baustein im Bereich der Berufsorientierung und -vorbereitung für Jugendliche ist das gebietsbezogen angelegte "Freiwillige Soziale Trainingsjahr" (FSTJ). Dessen Kern bildet die Verbindung von Arbeitserfahrungen mit verschiedenen Qualifizierungsbausteinen. Diese vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Programmplattform "Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten" entwickelte jugendpolitische Maßnahme ergänzt das Bund-Länder-Programm Soziale Stadt und bietet Jugendlichen in besonderen Lebenslagen maßgeschneiderte Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf (29) .

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor stadtteilbezogener Beschäftigungspolitik ist die Verknüpfung von lokalen Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekten mit der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzepts (30) . Die Vernetzung von Arbeitsmarktpolitik mit gesellschaftlich sinnvollen Handlungsfeldern verursacht nicht nur spürbare Verbesserungen im Quartier; die unmittelbare Tätigkeit für den Stadtteil führt bei den an Maßnahmen und Projekten Teilnehmenden auch zu einer stärkeren Identifizierung mit ihrer Arbeit und ihrem Stadtteil. Besonders im investiv-städtebaulichen Bereich werden in den Gebieten daher häufig Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte mit konkreten Umsetzungsmaßnahmen verbunden: Entsiegelung, Begrünung und Neugestaltung öffentlicher und privater Flächen, Anlage von Spielplätzen, Gestaltung von Brachflächen, Bau von Radwegen und vieles mehr (31) . Noch eher selten werden nicht-investive Maßnahmen im Stadtteil z.B. im Bereich der Kinder- und Jugendbetreuung, der Sport- und Kulturangebote oder Öffentlichkeitsarbeit mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekten gekoppelt (32) . Wohnungsunternehmen übernehmen hierbei häufig eine wichtige Rolle, indem sie insbesondere Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung, aber auch der Gemeinwesenarbeit zunehmend mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen verknüpfen (33) .

Praxisbeispiel

Abbildung 39/40
(Fotos: Daylight Filmproduktion GmbH,Berlin)

„maßarbeit – lokales Qualifizierungsbüro“ in Kassel – Nordstadt

Das Projekt „maßarbeit – lokales Qualifizierungsbüro“ ist ein Modellprojekt im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Trainingsjahres (FSTJ); Projektträger ist der eng mit dem Arbeitsamt und lokalen Unternehmen zusammenarbeitende Verein BuntStift e.V. Dieser vermittelt Jugendlichen aus dem Stadtteil berufliche Orientierung und Qualifikation. Zugleich berät und unterstützt er sie auch bei der Bewältigung ihrer Alltagsprobleme. Angeboten werden unter anderem Grundkurse in Holz und Metall. Angeleitet durch Ausbilder führen die Jugendlichen z.B. die Reparatur elektrischer Geräte durch, die anschließend zum Verkauf angeboten werden. Darüber hinaus bietet der Projektträger auch Alphabetisierungskurse, EDVKurse und arbeitsbegleitenden Unterricht zum Erwerb des Hauptschulabschlusses an.

Weitere wesentliche Strategie im Bereich der Lokalen Ökonomie ist die Förderung der Sozialen Ökonomie, das heißt von Betrieben, die vor allem lokal nachgefragte Dienstleistungen anbieten, die über den Markt und die öffentliche Hand nicht bereitgestellt werden können. Diese neuen "sozialen Unternehmen" können "allgemeingültig weder als ,echte Existenzgründungen bzw. Unternehmen' noch als ,soziale Projekte' bezeichnet werden" (34) . Gebietsbezogene Beispiele hierfür sind gemeinwesenbezogene Stadtteilbetriebe, Stadtteilservices, hauswirtschaftliche Dienstleistungsagenturen, Schulküchen sowie Stadtteil- und Kulturcafés (35) . Dabei hat sich gezeigt, dass Projekte der Sozialen Ökonomie, die gleichermaßen soziale, gemeinwesenorientierte und ökonomische Ziele verfolgen, besonders geeignet sind, Einkommens- und Arbeitsmöglichkeiten für gering qualifizierte Personengruppen zu schaffen. Sie ergänzen überdies die soziale und kulturelle Infrastruktur sowie das lokale Angebot an Waren, an personen-, haushalts- und gemeinwesenbezogenen Dienstleistungen im Gebiet. Für den Erfolg dieser Projekte ausschlaggebend sind vor allem ihre Einbettung in den Stadtteil und ihre Ausrichtung am lokalen Bedarf (36) .

Als wesentlich für den Erfolg von Maßnahmen und Projekten zur Stärkung und Weiterentwicklung lokaler Wirtschafts- und Arbeitsmarktstrukturen zeigt sich die Initiierung und Unterstützung von lokalen Netzwerken und Kooperationen, z.B. aus Betrieben, Schulen, Wohnungsunternehmen und Beschäftigungsträgern im Stadtteil, aus den Bereichen der Wirtschafts- und Stadtteilentwicklung sowie aus der Arbeits- und Sozialverwaltung: So fördert der vielfach zu beobachtende Aufbau von Interessenvertretungen der Gewerbetreibenden in den Stadtteilen den Austausch von Erfahrungen und die gemeinsame Nutzung von Ressourcen; zunehmend werden von den im Quartier ansässigen Unternehmen gemeinsame Projekt zur Außenwerbung und zur Verbesserung des Stadtteilimages initiiert und umgesetzt (37) . Die Zusammenarbeit von Schule und Trägern berufsvorbereitender und -begleitender Maßnahmen ermöglicht häufig Jugendlichen ohne Schulabschluss erst den Weg in die Berufstätigkeit (38) . Durch Kooperationen von Wohnungswirtschaft, Arbeitsverwaltung und Beschäftigungsträgern werden zusätzliche Beschäftigungsangebote im Bereich der Renovierung und Instandhaltung wie auch der Hausbetreuung (z.B. Hausmeister, Concierges) geschaffen (39) . Gemeinsame Anlauf- und Beratungsstellen von Arbeits- und Sozialverwaltung haben sich bewährt, um Transferleistungen gebündelt und an den Bedürfnissen der betroffenen Personen orientiert einzusetzen.

(1) Vgl. zu den Teilökonomien der städtischen Wirtschaft am Beispiel Hamburgs Läpple, S. 19-31 sowie insgesamt zum Thema: Sabine Weck, Reichweite und Relevanz stadtteilbezogener sozioökonomischer Entwicklungsstrategien, in: Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Lokale sozio-ökonomische Strategien in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf, 1. Aufl. Dortmund 2000, S. 42-54 (ILS Schriften, Bd. 168); Cathy Cramer und Jan Behrens, Lokale Ökonomie - eine zentrale Strategie für die Soziale Stadt, in: Soziale Stadt info Nr. 5 (2001), S. 2-7.

(2) Läpple, S. 27.

(3) Ebenda.

(4) Vgl. Abbildung 37 in Kapitel 5.1.

(5) Flensburg - Neustadt, Hamburg-Altona - Lurup, Kassel - Nordstadt und Leinefelde - Südstadt.

(6) Vgl. Tabelle 12 in Kapitel 5.1.

(7) So auch Rolf-Peter Löhr im Rahmen der Podiumsdiskussion "Stärken und Potenziale der Stadtteile: Lokale Ökonomie", in: Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.), Die Soziale Stadt, S. 131.

(8) Knorr-Siedow/Jahnke/Trostorff, S. 10.

(9) Vgl. Beer/Musch, "Stadtteile ...", S. 28.

(10) Läpple, S. 27.

(11) Böhme/Franke, Programmbegleitung, S. 12.

(12) Geiling und andere, Begleitende Dokumentation, S. 87.

(13) So auch Dieter Begaß im Rahmen der Podiumsdiskussion "Stärken und Potenziale der Stadtteile: Lokale Ökonomie", in: Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.), Die Soziale Stadt, S. 128.

(14) Vgl. Knorr-Siedow/Jahnke/Trostorff, S. 27; Matthias Frinken, Helga Rake und Susanne Schreck, Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt, Modellgebiet Flensburg-Neustadt. Programmbegleitung vor Ort-Endbericht, Hamburg 2002, S. 35 f.; Austermann/Ruiz/Sauter, S. 21; Christine Mussel und Peter Kreisl, Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt". Modellgebiet Kassel-Nordstadt. Endbericht der Programmbegleitung vor Ort, Kassel 2002, S. 25; Cathy Cramer und Ulla-Kristina Schuleri-Hartje, Programmbegleitung vor Ort im Modellgebiet Schwerin - Neu Zippendorf, Berlin 2002, S. 26.

(15) Vgl. hierzu Thomas Rommelspacher, Die Bedeutung der lokalen Ökonomien für die städtische Wirtschaftsstruktur und -entwicklung, in: Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Lokale Ökonomie und Wirtschaftsförderung in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf, 1. Aufl. Dortmund 1997, S. 13 (ILS Schriften, Bd. 130).

(16) Cramer/Behrens, S. 2.

(17) So beispielsweise im Modellgebiet Hamburg-Altona - Lurup das "Büro für Lokale Wirtschaft" (LoWi), das kleinere und mittlere Unternehmen mit weitgehend kostenlosen Beratungsdienstleistungen unterstützt und die Kooperation der Betriebe fördert (Breckner und andere, S. 112) oder im Modellgebiet Gelsenkirchen - Bismarck/Schalke-Nord das Büro für Wirtschaftsentwicklung (BfW) (Austermann/Ruiz/Sauter, S. 55 f.); vgl. auch das folgende Projekt in der Soziale-Stadt-Projektdatenbank: Büro für Wirtschaftsentwicklung in Duisburg - Marxloh.

(18) So z.B. in den Modellgebieten Schwerin - Neu Zippendorf (Cramer/Schuleri-Hartje, S. 50) und Berlin-Kreuzberg - Kottbusser Tor (Beer/Musch, "Stadtteile ...", S. 39).

(19) Vgl. hierzu beispielsweise das städtebauliche Konzept zur Attraktivitätssteigerung und Unterstützung der kleinteiligen Gewerbestrukturen im Modellgebiet Hannover - Vahrenheide (Geiling und andere, Begleitende Dokumentation, S. 109) sowie folgende Projekte in der Projektdatenbank: Bärenrummel - Potsdamer Strasse bärenstark! in Berlin-Schöneberg - Sozialpalast/Bülowstraße; Bauausstellung in Völklingen - Unteres Wehrden.

(20) Gabriela Pohle im Rahmen der Podiumsdiskussion "Stärken und Potenziale der Stadtteile: Lokale Ökonomie", in: Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.), Die Soziale Stadt, S. 125.

(21) Vgl. z.B. die wirtschaftsanalytische Befragung von 100 Unternehmen im Modellgebiet Leipziger Osten (Böhme/Franke, Programmbegleitung, S. 31) sowie Diana Stuhr und Dieter Begaß im Rahmen der Podiumsdiskussion "Stärken und Potenziale der Stadtteile: Lokale Ökonomie", in: Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.), Die Soziale Stadt, S. 124 und 127.

(22) Sabine Weck, Wirtschaften im Stadtteil - Förderung der quartiersbezogenen Ökonomie, in: Deutsches Institut für Urbanistik, Fachgespräch "Wirtschaften im Quartier", S. 32.

(23) Beer/Musch, "Stadtteile ...", S. 95.

(24) Vgl. hierzu z.B. Martin Brinkmann, Ansiedlung von Existenzgründern und Unternehmen vor Ort, in: Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.), Fachgespräch "Wirtschaften im Quartier", S. 89-94 sowie das folgende Projekt in der Datenbank: GründerGalerie in Berlin-Kreuzberg - Neues Kreuzberger Zentrum/Wassertorplatz.

(25) So auch Karl Jasper im Rahmen der Abschlussdiskussion, in: Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.), Fachgespräch "Wirtschaften im Quartier", S. 152 f.

(26) Zielgruppe Jugendliche: Vgl. beispielsweise das Projekt "Heran an die Zukunft" im Modellgebiet Flensburg - Neustadt (Frinken/Rake/Schreck, S. 65); die Kiezkneipe "Anhalter Platz" sowie die Servicestationen im Modellgebiet Halle - Silberhöhe (Geiss/Kemper/Krings-Heckemeier, S. 45 f.); das Projekt "Lift" im Modellgebiet Hannover - Vahrenheide (Geiling und andere, Begleitende Dokumentation, S. 69) sowie folgende Projekte in der Projektdatenbank: Hafenschlepper - Qualifizierungsmaßnahme für benachteiligte Jugendliche in Herne - Horsthausen; Café Lissabon und Catering in Berlin-Zehlendorf; Big Steps in Berlin-Pankow - Prenzlauer Berg. Zielgruppe Frauen: Vgl. z.B. den Beschäftigungsträger Fraueninitiative quirl e.V. im Modellgebiet Bremen - Gröpelingen (Franke/Meyer, S. 37) sowie das folgende Projekt in der Datenbank: Frauen- Lern-Ort Jenfeld in Hamburg-Wandsbek - Jenfeld. Zielgruppe Behinderte: Vgl. z.B. die - geplante - Förderung von Beschäftigungsprojekten speziell für Behinderte im Modellgebiet Cottbus - Sachsendorf-Madlow (Knorr-Siedow/Jahnke/Trostorff, S. 41).

(27) Vgl. hierzu beispielsweise das Projekt Jobrotation in Hamburg (Cramer/Behrens, S. 3) sowie das folgende Projekt in der Projektdatenbank: Qualifizierung und Arbeit statt Sozialhilfe in Leipzig - Leipziger Osten.

(28) Diana Stuhr und Gabriela Pohle im Rahmen der Podiumsdiskussion "Stärken und Potenziale der Stadtteile: Lokale Ökonomie", in: Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.), Die Soziale Stadt, S. 133; Weck, Wirtschaften im Stadtteil, S. 33.

(29) Vgl. hierzu beispielsweise die Maßnahmen im Rahmen des FSTJ im Modellgebiet Leipziger Osten (Böhme/Franke, Programmbegleitung, S. 32 f.) sowie die folgenden Projekte in der Datenbank:FSTJ - Qualifizierungsbüro Osterbaum in Wuppertal - Osterbaum; FSTJ in Neunkirchen - Östliche Innenstadt/Oberer Markt.

(30) Vgl. hierzu auch Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Die Verknüpfung von Struktur- und Arbeitsmarktpolitik. Beschäftigung und Qualifizierung im und für den Stadtteil, Dortmund 1997 (ILS Schriften, Bd. 122).

(31) Vgl. hierzu beispielsweise folgende Projekte in der Datenbank: Umbau der Außenanlagen "Haus der Begegnung" in Schwerin - Neu Zippendorf; Kunstbaustelle Windwörter - Arbeit und Wohnumfeldverbesserung in Neuruppin - Wohnkomplex I-III; Huchtinger Greenteam - Beschäftigungsprojekt zur Verschönerung des Quartiers in Bremen - Sodenmatt/Kirchhuchting.

(32) Vgl. das folgende Projekt in der Datenbank: Stadtteilzeitung "Vor Ort". Online-Zeitung als Qualifizierungsprojekt in Ahlen - Süd/Ost.

(33) Vgl. hierzu Kapitel 5.4 sowie Dieter Kraemer, Das Selbstverständnis von Wohnungsunternehmen im Kontext Stadtteilerneuerung - Quartiersökonomie, in: Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.), Fachgespräch "Wirtschaften im Quartier", S. 41-52; Klaus Pfitzenreuter, Die Einbindung in lokalen Netzwerken - Neue Handlungsansätze zur Bearbeitung wohnungswirtschaftlicher Fragestellungen - Das Beispiel Lünen-Brambauer, in: ebenda, S. 79-88.

(34) Anke Gorres, Wie können Existenzgründungsförderungen und Bestandspflege von Unternehmen Arbeitsplätze schaffen und die Lebensqualität in Stadtteilen verbessern? Das Beispiel Duisburg- Marxloh, in: Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Lokale sozio-ökonomische Strategien in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf, 1. Aufl. Dortmund 2000, S. 89 (ILS Schriften, Bd. 168).

(35) Vgl. dazu z.B. folgende Projekte in den Modellgebieten: Sozialladen der Armutsinitiative TuWas e.V. und Langzeitarbeitslose verkaufen Second-Hand-Ware in Flensburg - Neustadt (Frinken/Rake/Schreck, S. 26, 31 und 62); Carisatt-Laden in Halle - Silberhöhe (Geiss/Kemper/ Krings-Heckemeier, S. 48 f.); Flohmarkt Flüsseviertel in Hamburg-Altona - Lurup (Breckner und andere, S. 138); Tauschbörse in Leinefelde - Südstadt (Martina Buhtz, Heike Gerth, Margit Lindner und Rotraut Weeber, Soziale Stadt Leinefelde - Südstadt, Programmbegleitung vor Ort, Endbericht, Berlin 2002, S. 58); Tauschring im Leipziger Osten (Böhme/Franke, Programmbegleitung, S. 30); Tafelprojekt sowie Möbel- und Kleiderbörse in Neunkirchen - Innenstadt (Jacob und andere, S. 42) sowie folgende Projekte in der Projektdatenbank: Café Baff - Stadtteilcafé in Darmstadt - Eberstadt/Süd; Deli-Katt-Kulturcafé in Bremen - Obervieland; quirlvollwert- balance-Lokal in Bremen - Gröpelingen; Blocksberg - Stadtteil- und Kindercafé in Bremen - Osterholz-Tenever.

(36) Vgl. Weck, Reichweite und Relevanz stadtteilbezogener sozio-ökonomischer Entwicklungsstrategien, S. 50.

(37) Vgl. z.B. folgende Projekte in den Modellgebieten: Gründung des Vereins Gröpelinger Marketing e.V. (Franke/Meyer, S. 34 f.); Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden (im Aufbau) in Halle - Silberhöhe (Geiss/Kemper/Krings-Heckemeier, S. 45, 69); Geschäftsstraßenmanagement Anger-Crottendorf im Leipziger Osten (Böhme/Franke, Programmbegleitung, S. 34 f.); Initiative der Handels- und Dienstleistungsunternehmen "Untere Bahnhofstrasse" in Neunkirchen - Innenstadt (Jacob und andere, S. 12); Initiierung einer Interessenvertretung der Gewerbetreibenden in Singen - Langenrain (Krings-Heckemeier/Heckenroth/Geiss, S. 23, 39, 42).

(38) Vgl. hierzu z.B. das folgende Projekt in der Datenbank: Projekt "Pro Beruf - Jugendsozialarbeit im Übergang Schule-Beruf" in Hannover - Vahrenheide.

(39) Vgl. in: Deutsches Institut für Urbanistik (Hrsg.), Fachgespräch "Wirtschaften im Quartier" die Beiträge von Kraemer, S. 41-52; Pfitzenreuter; S. 79-99 und Dieter Ruhnke, Zur Rolle der Wohnungsunternehmen im Rahmen der integrierten Stadtteilerneuerung. Förderung der Beschäftigung im Stadtteil, S. 113 -118 sowie das folgende Projekt in der Datenbank: Modellprojekt Concierge in Berlin-Spandau.


  

Quelle: Soziale Stadt - Strategien für die Soziale Stadt, Erfahrungen und Perspektiven – Umsetzung des Bund-Länder-Programms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt", Deutsches Institut für Urbanistik 2003

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