Die Konzentration benachteiligter Haushalte - Arbeitslose, Empfängerinnen und Empfänger von Sozialhilfe, Migrantinnen und Migranten, Alleinerziehende, kinderreiche Familien - in Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf ist verbunden mit einer Konzentration von Armut in diesen Gebieten. Mit Armut wiederum ist auch in Deutschland ein beträchtlich erhöhtes Gesundheitsrisiko verbunden (1). Die Sterblichkeit beispielsweise ist bei Arbeitslosen um das 2,6-fache höher als bei Erwerbstätigen (vgl. Trabert 2002: 137). Auch der Krankenstand liegt bei Personen mit niedrigem sozio-ökonomischem Status deutlich höher als bei Besserverdienenden (vgl. Rosenbrock/Geene 2000). Ein Grund hierfür liegt in der Zunahme gesundheitlicher Belastungen infolge sozialer Benachteiligung bei gleichzeitiger Abnahme der persönlichen, ökonomischen und sozialen Ressourcen zur Bewältigung dieser Belastungen (vgl. unter anderem Babitsch 2000: 130 ff.). Die überwiegend mittelschichtorientierten Angebote der Gesundheitsprävention und -förderung werden von diesen Bevölkerungsgruppen kaum in Anspruch genommen (vgl. Grahlen/van Os-Fingsberg 2000: 90). Häufig kommen ungesunde Verhaltensweisen hinzu, etwa Rauchen, übermäßiger Alkohol- und Drogenkonsum, Fehlernährung, Bewegungsmangel (vgl. Babitsch 2000: 131). Die Gesundheit von Migrantinnen und Migranten ist aufgrund eigener oder mittelbar erlebter Migration (2), Unkenntnis über bestehende Vorsorge- und Versorgungsangebote, mangelnder Sprachkenntnisse und anderem Kulturverständnis besonders hohen Belastungen ausgesetzt. Allerdings gibt es bisher nur punktuell Daten zu ihrer gesundheitlichen Lage (3): So liegt beispielsweise die Sterblichkeit ausländischer Säuglinge um 29 Prozent höher als die der deutschen, und auch das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, ist bei gleichem Geschlechts- und Berufsstatus etwas höher (vgl. Beauftragte der Bundesregierung für Ausländerfragen [Hrsg.] 2000: 160). Ein für den Stadtteil Nürnberg-Gostenhof (Ausländeranteil: über 40 Prozent) 1997 erstellter Stadtteilgesundheitsbericht (vgl. Stadt Nürnberg, Gesundheitsamt [Hrsg.] 1997) kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahngesundheit der ausländischen Kinder im Stadtteil überdurchschnittlich schlecht ist: Bei 63 Prozent der Kinder ausländischer Herkunft im Alter von drei bis sechs Jahren war das Gebiss behandlungsbedürftig, bei deutschen Kindern waren es nur 40 Prozent.
Seit der Ottawa-Charta der World Health Organization (WHO) von 1986 und der damit verbundenen Gründung des bundesdeutschen Gesunde-Städte-Netzwerks (vgl. Stender in diesem Heft; http://www.Gesunde-Staedte-Netzwerk.de/) im Jahr 1989 wird dem Zusammenhang von Armut und Gesundheit allmählich größere Aufmerksamkeit zuteil. Ausdruck hierfür ist beispielsweise der bundesweite Kongress "Armut und Gesundheit", der seit 1995 jährlich in Berlin stattfindet (vgl. Beitrag in diesem Heft). In den letzten Jahren hat der Zusammenhang von Gesundheitsförderung und sozialer Stadtteilentwicklung bei der inhaltlichen Ausrichtung des Kongresses zunehmend an Bedeutung gewonnen. So widmete sich in den Jahren 2001 und 2002 jeweils ein eigener Veranstaltungsblock dem Thema "Soziale Stadt und Gesundheit". Deutlich wurde bei diesen Veranstaltungen, dass einerseits soziale Stadtteilentwicklung ein wesentliches Element integrierter Gesundheitsförderungspolitik ist, andererseits Gesundheitsprävention und -förderung Voraussetzungen sind, um der Benachteiligung von Bewohnerinnen und Bewohnern in den Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf entgegenzuwirken. Handlungsfeld Gesundheit: bisher noch geringe Relevanz in der ProgrammumsetzungIn der vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) im Rahmen der bundesweiten Programmbegleitung in den Programmgebieten durchgeführten Befragung wurden allerdings nur für 8,1 Prozent der Gebiete explizit gesundheitliche Probleme angegeben. Damit gehört der Bereich Gesundheit zu den Schlusslichtern bei den Problemnennungen. Als eine Ursache für die geringe Anzahl von Nennungen kann die mangelnde Aufmerksamkeit, die dem Thema Gesundheit in der traditionellen Stadterneuerung entgegengebracht wird, angesehen werden (4). Zudem wurden möglicherweise umweltbedingte (5) Gesundheitsprobleme - wie beispielsweise das Gesundheitsrisiko Lärm - aufgrund des mehrheitlich stadtplanerischen Berufshintergrunds der Antwortenden teilweise den Problembereichen Umweltbelastungen und Defizite im Wohnumfeld zugeordnet (6). Der tatsächliche Anteil gesundheitlicher Probleme in den Gebieten muss daher als deutlich höher eingeschätzt werden. Dies zeigen auch die Erfahrungen in den 16 Modellgebieten des
Programms Soziale Stadt: in 14 dieser Gebiete wird von den PvO-Teams
über Gesundheitsprobleme der Quartiersbevölkerung berichtet.
Im Vordergrund stehen dabei gesundheitliche Probleme bei Kindern
und Jugendlichen wie Übergewichtigkeit, Haltungsschäden,
Atemwegserkrankungen, Karies, Allergien sowie motorische und Sprachentwicklungsstörungen
(7). Die Symptome der gesundheitlichen
Vernachlässigung von Kindern können, wie für das
Modellgebiet Hamburg-Altona - Lurup konstatiert, bis zum Zustand
der Verwahrlosung reichen: "In Gesprächen mit Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern von Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen und
Jugendeinrichtungen wurde wiederholt betont, dass Kinder - insbesondere
nach Wochenenden - teils völlig ausgehungert sind" (Breckner
und andere 2002: 41). Im Modellgebiet Berlin-Kreuzberg - Kottbusser
Tor tritt dieses Problem noch offensichtlicher zutage: "Hungernde
Menschen", so das Quartiermanagement, "sind durchaus
keine Seltenheit. Neben den erwachsenen Obdachlosen sind vermehrt
Kinder aller Nationalitäten zu beobachten, die sich von achtlos
weggeworfenen Essensresten ernähren" (Beer/Musch
2002: 46). Darüber hinaus wird für rund ein Drittel
der Modellgebiete über ausgeprägte Probleme in Zusammenhang
mit Drogen und Sucht berichtet. Neben diesen sozial bedingten Gesundheitsgefahren werden für mehr als die Hälfte der Modellgebiete auch umweltbedingte Gesundheitsrisiken genannt, vor allem hohe Verkehrsbelastungen und damit verbundene Lärm- und Schadstoffemissionen sowie erhöhte Unfallrisiken. Besonders in den durch Altbau geprägten Gebieten ist zudem häufig eine quantitative und qualitative Unterversorgung mit Grün- und Freiflächen festzustellen, die zu einem ungünstigen Mikroklima und zu einem Mangel an Erholungsraum sowie an Spiel- und Bewegungsflächen für Kinder und Jugendliche führt. Anders als in den U.S.A. liegen für Deutschland noch kaum Untersuchungen vor, inwieweit diese umweltbedingten Gesundheitsrisiken Ausdruck einer sozialräumlich ungleichen Verteilung von Umweltbelastungen sind (vgl. Maschewsky 2002: 38 f.). Etwas mehr als ein Viertel der in der Difu-Befragung Antwortenden (28,8 Prozent) gibt an, dass im Programmgebiet gesundheitsbezogene Maßnahmen und Projekte durchgeführt werden. Auch wenn diese Zahlen verglichen mit der geringen Anzahl von Problemnennungen unerwartet hoch erscheinen, rangiert Gesundheit damit bei den Handlungsfeldern integrierter Stadtteilentwicklung an letzter Stelle. Dabei wird die Relevanz des Handlungsfelds durch die Mitwirkung des Verwaltungsbereichs Gesundheit in der Programmumsetzung deutlich beeinflusst: Soweit die kommunale Gesundheitsverwaltung bei der Erarbeitung des Integrierten Handlungskonzepts beteiligt war (in 43 von 187 Gebieten), erhöht sich der Anteil der Gebiete mit gesundheitsorientierten Maßnahmen auf rund 60 Prozent. Der Querschnittscharakter des Handlungsfelds Gesundheit führt allerdings dazu, dass Maßnahmen in anderen Bereichen vielfach auch Gesundheitsbezug aufweisen (8). So dient eine Reihe von Maßnahmen in den Handlungsfeldern Umwelt, Verkehr sowie Wohnumfeld und öffentlicher Raum gleichzeitig dazu, umweltbedingte Gesundheitsrisiken zu mindern. Einen bedeutenden Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten auch viele Maßnahmen im Sportbereich. Ebenso haben Beschäftigungsmaßnahmen gesundheitsfördernde Wirkung, da sie zu einer Verbesserung der ökonomischen Situation sowie des Selbstwertgefühls der Bewohnerinnen und Bewohner beitragen (vgl. z.B. Junge-Reyer 2000: 32). Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass diese mittelbar gesundheitsfördernden Wirkungen in anderen Handlungsfeldern häufig von den Akteuren nicht gezielt eingeplant werden, sondern eher nebenbei und unbeabsichtigt entstehen. Diese Annahme wird unter anderem dadurch erhärtet, dass gesundheitsbezogene Maßnahmen nur von 2,3 Prozent der Antwortenden für besonders wichtig erachtet werden. Dieses Ergebnis spiegelt die geringe Aufmerksamkeit wider, die das Thema Gesundheit bei den überwiegend städtebaulich und planerisch orientierten Programmverantwortlichen in den Kommunen genießt. Stadtteilbezogene Strategien zur Gesundheitsprävention und -förderungDer Schwerpunkt der Projekte und Maßnahmen im Handlungsfeld Gesundheit liegt - dies zeigen die Erfahrungen in den Modellgebieten und die Beispiele der Projektdatenbank "Soziale Stadt" (vgl. www.sozialestadt.de/ praxisdatenbank/) - bei präventiven und gesundheitsfördernden Angeboten (9). Charakteristisch ist dabei die Fokussierung auf den Lebensraum und die alltäglichen Lebensweisen der Bewohnerinnen und Bewohner. Dieser gebietsbezogene Ansatz korrespondiert mit dem seit 1986 zur Umsetzung von Prävention und Gesundheitsförderung zunehmend verfolgten "Setting-Ansatz" der WHO (vgl. Göpel 2002: 16). Als Settings werden Lebensbereiche mit ihren spezifischen sozialen und organisatorischen Strukturen bezeichnet, wie z.B. Schule, Betrieb, Stadtteil, Quartier, in denen Menschen sich überwiegend aufhalten und unter anderem ihre Gesundheit bestimmenden Lebensmuster entwickeln. Stadtteilbezogene Gesundheitsprävention und -förderung in den Programmgebieten zielen zum einen darauf ab, niedrigschwellige Angebote für schwer erreichbare Zielgruppen zu entwickeln, zum anderen soll durch Netzwerkbildung die Kooperation im Gesundheitswesen verbessert werden. Entwicklung niedrigschwelliger Angebote für einzelne ZielgruppenNiedrigschwellige zielgruppenspezifische Maßnahmen der Gesundheitsprävention und -förderung werden vor dem Erfahrungshintergrund entwickelt, dass traditionelle Angebote sich überwiegend an der Mittelschicht orientieren und besonders gefährdete Gruppen in gesundheitlich benachteiligten sozialen Lagen in der Regel nicht erreichen. Die neu entwickelten Angebote berücksichtigen daher besonders die für Gesundheit bedeutsamen Lebensbedingungen sowie die personalen und sozialen Ressourcen der angesprochenen Gruppen. Bewährt hat es sich hierbei, wenn die Maßnahmen - entsprechend dem Setting-Ansatz - in Räumen und Einrichtungen im Stadtteil stattfinden, die den Zielgruppen vertraut sind. Dies können Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Vereine, auch Moscheen oder andere soziale und religiöse Einrichtungen sein.
Eine wichtige Zielgruppe dieser Angebote bilden Kinder und Jugendliche: zum einen weil sie häufig bereits gesundheitlich stark beeinträchtigt sind, zum anderen weil bei dieser Gruppe ein hohes Gesundheitspotenzial vorhanden ist, das aktiviert und erhalten werden soll. Im Vordergrund stehen dabei Vor-Ort-Projekte zur Versorgung mit gesunden Mahlzeiten und zur Sensibilisierung für den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit, Bewegungsangebote sowie Maßnahmen der Gewalt- und Suchtprävention (10).
Andere Maßnahmen richten sich speziell an Frauen im Stadtteil und bieten diesen Gelegenheit, sich über Möglichkeiten der Gesundheitsförderung zu informieren und beraten zu lassen (11). Wesentliches Ziel ist hierbei, die Frauen anzuregen, selbst etwas für die eigene Gesundheit zu tun, "gesundes Leben" (z.B. in Bezug auf Ernährung, Körperpflege) im Alltag zu üben sowie gezielt zusätzlich benötigte medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zudem geht es bei vielen Angeboten darum, die Frauen in ihrer Rolle als Mutter für das Thema "Gesundheitsförderung" zu sensibilisieren und ihnen dessen Bedeutung für die Entwicklung ihrer Kinder näher zu bringen. Weiteres wesentliches Element dieser Angebote stellen die Förderung und Unterstützung von Selbsthilfe im Stadtteil dar: durch die Projekte sollen Frauen in Eigeninitiative andere Frauen aus dem Stadtteil kennen lernen und gegenseitige Hilfe organisieren können. Auf diese Weise werden gleichzeitig Eigenaktivität und Eigenverantwortung gefördert. Beispiele frauenbezogener Gesundheitsprojekte sind die Luruper Frauenoase in Hamburg-Altona und das Projekt Mutter-Kind-Turnen und noch mehr in Recklinghausen-Hochlarmark. "Unter dem Dach der ,Luruper Frauenoase' arbeiten in der Anzahl der Personen variierende und von ihren Inhalten unterschiedliche Projekt-, Themen- oder Interessengruppen unter der ehrenamtlichen Koordination einiger Frauen..." (Breckner und andere 2002: 45). Eines der Luruper Projekte ist der Sonntagsbrunch, veranstaltet in den Räumen eines Vereins. Nach dem gemeinsamen Frühstück werden die Kinder im Rahmen eines psychomotorischen Bewegungsangebots von zwei speziell dafür ausgebildeten Mitarbeiterinnen betreut. Diese "kinderfreie Zeit" nutzen die Frauen und Mütter, um sich über Möglichkeiten der Gesundheitsförderung zu informieren und zu beraten. Informationen und Beratung erhalten sie von Fachfrauen aus dem Gebiet und Mitarbeiterinnen des Hamburger Frauengesundheitszentrums. Bei dem Projekt "Mutter-Kind-Turnen und noch mehr" hat sich in der Trägerschaft des Stadtteilbüros und der Stadt eine Gruppe von 15 Müttern zusammengefunden, die gemeinsam mit ihren Kleinkindern spielen, singen und basteln. Dabei wird besonders auf die sprachliche Entwicklung der Kinder (zwei Drittel sind Kinder mit Migrationshintergrund) geachtet, sie soll unter anderem mit einem kontinuierlichen Angebot zur Bewegungserziehung ("Lernen durch Bewegung") unterstützt werden. In Kooperation mit dem Sportverein und der Volkshochschule wird dieses Angebot durch Vortragsreihen zu Themen wie "Gesunde Ernährung" und "Bewegung im Kleinkind- und Vorschulalter" erweitert. Ein ähnliches Angebot macht auch das Gesundheitshaus Bismarck in Gelsenkirchen. Häufig richten sich frauenspezifische Angebote insbesondere an Migrantinnen (12). Bei dieser Gruppe bestehen oft große Informationsdefizite zu Fragen der Gesundheit und zu den bestehenden Vorsorge- und Versorgungsangeboten, da mangelnde Sprachkenntnisse sowie das kulturell und sozial geprägte Rollenverständnis diesen Frauen den Zugang zu entsprechenden Informationen und einer optimalen Gesundheitsversorgung erschweren. Als Maßnahmen für diese Zielgruppe haben sich neben muttersprachlichen Informationsmaterialien offene Kursangebote, Gesprächskreise und vor allem Hausbesuche bei den Frauen sowie direkte Hilfe bei gesundheitlichen Problemen in der Familie bewährt. In der Interkulturellen Begegnungsstätte Bayouma-Haus (Gebiet Boxhagener Platz, Berliner Ortsteil Friedrichshain) werden im Rahmen eines dort angesiedelten Gesundheitsprojekts, das sich vorrangig an Migranntinnen richtet, Vorträge zur Gesundheitsprävention und -aufklärung gehalten, Aufklärungsmaterialien zu gesundheitlichen Themen in verschiedenen Sprachen erstellt, gezielte Präventionsarbeit in Kooperation mit den Gesundheitsdiensten des Bezirks betrieben, Multiplikatorenveranstaltungen für Fachpersonal aus dem Bereich Gesundheit und Soziales sowie für ausländische Familien an der Volkshochschule durchgeführt.
Ziel der Bildung von Netzwerken zur stadtteilbezogenen Gesundheitsförderung (13) ist es, kooperative Gesundheitsförderung im Sinne eines Aktionsbündnisses Gesundheit im Stadtteil zu etablieren, das von allen im Gesundheitswesen und für die Gesundheitsförderung tätigen Akteuren im Stadtteil gemeinsam getragen wird. Mögliche Bündnispartner sind dabei unter anderem das Gesundheitsamt, freie Träger der Gesundheits- und Gemeinwesenarbeit, Selbsthilfegruppen, Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker, Krankenkassen, Sportvereine sowie Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen. Erfahrungen zeigen, dass durch die Initiierung solcher Netzwerke häufig überhaupt das erste Mal die Gelegenheit zum Kennenlernen, zum Austausch unterschiedlicher Sichtweisen und Ideen zur Gesundheitsförderung sowie zum gemeinsamen Handeln im Stadtteil entsteht.
Unter dem Motto "Gesundes Heimfeld" haben sich in Hamburg-Heimfeld-Nord verschiedene Akteure im Arbeitskreis Gesundes Heimfeld zusammengeschlossen. Monatlich treffen sich Vertreterinnen und Vertreter von Gesundheitsamt, Kindertagesstätten, Schulen, Kinderschutzzentrum, Jugendclub, Frauentreff, Stadtteildiakonie und Stadtteilbüro, diskutieren aktuelle Fragen, setzen gemeinsame Arbeitsschwerpunkte und führen stadtteilbezogene Aktionen mit dem Ziel durch, die Bevölkerung dazu anzuregen, selbst für ihre Gesundheit aktiv zu werden. Zielgruppen sind vorrangig Eltern und Kinder. Als Arbeitsschwerpunkte ergaben sich aufgrund einer Befragung in der Bevölkerung die Themen "Ernährung" und "Bewegung" sowie "Erziehung", zu denen z.B. Informationsveranstaltungen, eine Frauenbewegungswoche und gesundheitsbezogene Angebote auf dem jährlichen Stadtteilfest organisiert wurden. Stärkung von Gesundheitsförderung als Handlungsfeld für die Soziale StadtGesundheitsförderung wird - obwohl sie ein Schlüsselbereich integrierter Stadtteilentwicklung ist - in der bisherigen Programmumsetzung Soziale Stadt eher vernachlässigt, auch wenn in einigen Programmgebieten bereits erfolgversprechende Ansätze für eine stadtteilbezogene Gesundheitsförderung festzustellen sind. Es erscheint daher nötig, dieses Handlungsfeld im Rahmen integrierter Stadtteilentwicklung zu stärken. Denn Gesundheitsprävention und -förderung sind wesentliche Voraussetzungen, um der Benachteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner in benachteiligten Stadtteilen entgegenzuwirken. Um das Thema "Gesundheit" stärker in den Diskurs der Akteursnetze integrierter Stadtteilentwicklung einzubringen, ist es unter anderem erforderlich, dass sich alle im Gesundheitswesen und für die Gesundheitsförderung tätigen Akteure im Stadtteil mehr als bisher in die integrierte Stadtteilentwicklung einbringen und vor Ort auf den verschiedenen Ebenen der Programmumsetzung - Verwaltungsebene, intermediäre Ebene, Quartiersebene - mitwirken. Hilfreich hierfür ist es, wenn das Quartiermanagement als Schlüsselinstrument zur Umsetzung des Programms Soziale Stadt das Thema "Gesundheitsförderung" aktiv in seine Arbeit integriert und Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen zwischen den relevanten Akteuren in der Verwaltung, im intermediären Bereich sowie im Quartier anstößt, unterstützend mit aufbaut und koordiniert. |
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| Ulla-Kristina Schuleri-Hartje (Difu) |
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Anmerkungen (1) Vgl.
unter anderem Bundesministerium
für Arbeit und Sozialordnung (Hrsg.) (2001); Rosenbrock/Geene
(2000: 10 ff.); Mielck (2000);
Knopf und andere (1999: 169
ff.). Literatur
Quelle: Soziale Stadt - info 11, Der Newsletter zum Bund-Länder-Programm Soziale Stadt, Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, 2003 |
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