Ohne Zuwanderung nähme die Bevölkerung Deutschlands trotz steigender Lebenserwartung – und damit einhergehender Alterung – aufgrund niedriger Geburtenraten deutlich ab: Die von der Bundesregierung installierte Unabhängige Kommission „Zuwanderung“ geht davon aus, dass sich die Bevölkerungszahl von derzeit 82 Millionen auf 60 Millionen im Jahr 2050 reduziert (1). Ein Bevölkerungsrückgang in diesem Umfang hätte für die wirtschaftliche Entwicklung wie für das System der sozialen Sicherung schwerwiegende Folgen. Zuwanderung aus dem Ausland wird die Abnahme der Bevölkerung voraussichtlich nicht ausgleichen, jedoch verringern. Die Bundesregierung geht in ihrer Bevölkerungsprognose davon aus, dass jährlich 200 000 Personen im Saldo zuwandern werden und damit die Bevölkerungszahl im Jahr 2050 bei etwa 70 Millionen liegen wird.
Wirft man einen Blick auf die gegenwärtige Situation und Diskussion, scheint Zuwanderung hauptsächlich Probleme aufzuwerfen. Die Integration von Zuwanderern in die deutsche Gesellschaft muss bis zu einem gewissen Grad als gescheitert bezeichnet werden: Über den Arbeitsmarkt werden immer weniger Zuwanderer integriert (2). Die Kenntnisse der deutschen Sprache sind nicht nur bei Neuzuwanderern, sondern auch bei vielen schon lange in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten unzureichend. Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund – so die Ergebnisse der PISA-Studie – weisen deutliche Bildungsmängel und Lernschwächen auf.
Doch die aktuelle Diskussion über Zuwanderung und Integration reicht weiter: Kaum ein Missstand, der Ausländern zugeschrieben wird, der nicht eine Debatte über das Scheitern der „multikulturellen Gesellschaft“ nach sich zöge. Gründe dafür werden überwiegend bei den Migrantinnen und Migranten gesucht. Von Versäumnissen der Aufnahmegesellschaft war demgegenüber viele Jahre selten die Rede. Die Diskussion darüber und über das Fehlen von Integrationsangeboten scheint erst am Beginn zu stehen und wird in den folgenden Jahren an Relevanz gewinnen. Wie nimmt ein Land seine Einwanderer auf? Wie vermittelt es ihnen die Landessprache, die örtlichen Gepflogenheiten? Wie gelingt es, Migranten am Stadtteilleben besser als bislang partizipieren zu lassen?
Mehr als 7,3 Millionen ausländische Bürgerinnen und Bürger leben in Deutschland; das entspricht einem Anteil von rund neun Prozent an der Gesamtbevölkerung. Rechnet man die Gruppen der Aussiedler mit rund drei Millionen und der inzwischen Eingebürgerten mit rund zwei Millionen sowie die Zahl der illegal in Deutschland lebenden Zuwanderer – Schätzungen reichen von 500 000 bis über 1,5 Millionen (3) – dazu, beträgt die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund rund 13 Millionen, das sind etwa 16 Prozent der Gesamtbevölkerung. Deutschland ist, auch wenn es sich nur zögernd dazu bekennt, ein Einwanderungsland (4).
Die Wanderungsmotive der Migranten haben sich seit der Anwerbung der ersten so genannten Gastarbeiter in den 1960er-Jahren deutlich verändert; entsprechend haben sich auch die Zuwanderergruppen ausdifferenziert. Zuwanderung war lange Jahre geprägt durch Arbeitsmigration. Nach dem Anwerbestopp 1973 folgten Familiennachzüge und Familiengründung, in deren Folge sich die Altersstruktur veränderte. Der Anteil der Zuwanderer im erwerbsfähigen Alter sank gegenüber den 1960er-Jahren deutlich. Die erste Zuwanderungsgeneration hat inzwischen das Rentenalter erreicht. Seit 1988 wird von einer neuen Phase der Zuwanderung gesprochen, da die Zahlen der Aussiedler wie jene der Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge deutlich anstiegen (5). Im Jahr 1999 erreichte die Zahl der Zuwandernden mit rund 800 000 ihren vorläufigen Höhepunkt, seitdem sinkt sie leicht. Trotz ihres gegenwärtig vergleichsweise geringen Zuwandereranteils stellen Türken mit knapp zwei Millionen die größte Zuwanderergruppe. Es folgen Italiener mit knapp 600 000 und Serben/Montenegriener mit gut 500 000 Personen.
Die Zuwanderer verteilen sich räumlich nach Bundesländern und Städten sehr unterschiedlich. Sie leben vor allem in westdeutschen Großstädten – z.B. Frankfurt/Main und Stuttgart – und in Ballungsregionen; dort liegt ihr Bevölkerungsanteil bei über 30 Prozent, in einzelnen Städten und Stadtteilen auch höher (6). In den Kernstädten Deutschlands wohnen Ausländer vor allem in innerstädtischen, nichtmodernisierten Altbaugebieten, in alten Arbeiterquartieren und ehemaligen Kasernenwohnungen, an umweltbelasteten Standorten und in Sozialwohnungen stark verdichteter Großsiedlungen der 1960er- und 1970er-Jahre. Diese Gebiete machen auch den größten Teil der Programmgebiete der „Sozialen Stadt“ aus. Für die Auswahl der Gebiete werden neben städtebaulichen Kriterien auch sozioökonomische Benachteiligungen wie Arbeitslosigkeit, Sozialhilfedichte und der Anteil von Migranten als Auswahlkriterien herangezogen.
Realität in vielen Großstädten ist eine sozialräumliche Ausdifferenzierung und Segregation – das heißt eine räumliche Abbildung sozialer Ungleichheiten – der Wohnbevölkerung nach Herkunft, Ethnie, sozialer Lage und Lebensstil. Die ethnische Segregation ist ein alle Einwanderungsgesellschaften begleitendes Phänomen. Segregation an sich wird dann nicht als Problem bewertet, wenn sie ohne Zwang erfolgt und Personen ähnlichen Lebensstils und ähnlicher Milieus, z.B. Künstler, Studenten, junge Familien, in einem Wohngebiet in großer Zahl als Mieter und Eigentümer wohnen. In der Öffentlichkeit und den Medien werden jedoch Gebiete, in denen Zuwanderer in hoher Anzahl leben, zunehmend als Integrationshemmnis und als Ausdruck für Desintegration gewertet. Nicht hinterfragt wird dabei, ob die Segregation freiwillig oder unfreiwillig erfolgt. Beispielsweise wird nicht ausreichend differenziert, ob ethnisch homogene Gebiete dadurch entstehen, dass sich Zuwanderer bewusst räumlich und sozial von der Mehrheitsgesellschaft separieren und eine Anpassung ablehnen, oder ob die Zuwanderer auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt benachteiligt werden, sodass ihnen eine freie Wahl des Wohnorts verwehrt oder erschwert wird.
Stattdessen wird besonders in den Medien die Diskussion über soziale Brennpunkte und so genannte Parallelgesellschaften immer wieder neu entfacht. Zuwanderer und mit ihnen die Gebiete, in denen sie leben, werden negativ dargestellt. Allein das Vorhandensein vieler Migranten (-gruppen) wird zum Problemindikator, zuweilen ist die Rede von „Ghettos“. Nicht berücksichtigt wird dabei, dass diese Gebiete meist deshalb als Gebiete mit besonderem Entwicklungsbedarf eingestuft werden, weil in ihnen vor allem Bevölkerungsgruppen mit sozioökonomisch niedrigem Status leben, Deutsche wie Zugewanderte, und Konflikte eher der sozialen Lage denn der ethnischen Zugehörigkeit zuzuschreiben sind.
In der Migrations- und Stadtsoziologie (7) wird zwischen sozialer und ethnischer Segregation unterschieden und das Für und Wider segregierten Wohnens differenziert diskutiert. Soziale Segregation wohlhabender Haushalte ist fast immer freiwillig, jene von armen fast immer erzwungen (8). Der ethnischen Segregation wird – je nach Perspektive – der isolations- oder der sicherheitsgebende und gemeinschaftsbildende Faktor zugeschrieben und von „Einwanderungkolonie“, „ethnischer Enklave“, „ethnischer Kolonie“ oder „ethnic community“ gesprochen. Der positive Integrationsaspekt von ethnisch homogenen Gebieten beruht vor allem darauf, dass sie ein langsames Hineinwachsen der Zugewanderten in die deutsche Gesellschaft erleichtern und befördern können. Hier können Zuwanderer ihr Leben vorerst innerhalb bekannter Lebensweisen und ohne Kenntnisse der Sprache des Einwanderungslandes organisieren. Konflikte mit der Aufnahmegesellschaft werden so vermieden oder gemindert. Solche „Einwanderungskolonien“ erleichtern die Bildung eigenethnischer Netzwerke, die dazu beitragen, Zugewanderte sozial aufzufangen und deren Identität in einem ansonsten von Fremdheit und teilweise auch von Diskriminierung dominierten Lebensumfeld zu stabilisieren. Ein hoher Anteil von Zugewanderten ist häufig eine Grundvoraussetzung für den Aufbau, die Entwicklung und den Erfolg von spezifischen ethnisch geprägten Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen, die nicht nur den Zugewanderten, sondern auch der deutschen Bevölkerung zugute kommen.
Ethnische Segregation kann jedoch dann zu Problemen führen, wenn kein Austausch der zugewanderten Bevölkerungsgruppen mit der bereits ansässigen Quartiersbevölkerung erfolgt und diese Gebiete zu Orten sozialer Marginalisierung werden, die gegenüber anderen Stadtteilen abgeschottet sind. Das segregierte Gebiet wird dann für Zuwanderer zur Mobilitätsfalle, wenn sie keine Brücken zur Mehrheitsgesellschaft vorfinden, in Netzwerken und Institutionen der ethnischen Kolonie gefangen bleiben und ihnen auch der Zugang zum Arbeitsmarkt versperrt ist. Treten zur sozialen Segregation von (heterogenen) Armutsgruppen Raum- und Infrastrukturdefizite in benachteiligten Stadtteilen hinzu, so drohen kumulative Effekte, die in sich selbst verstärkenden Abwärtsspiralen münden.
Durch die abnehmende Integrationskraft des Arbeitsmarktes und den weitreichenden Ausschluss vieler Migranten von Bildung kommt dem Stadtraum für den Verlauf und Erfolg von Integrationsprozessen immer größere Bedeutung zu. Ob Migration und die kulturelle Komplexität produktiv verarbeitet werden können oder eher zu Konflikten führen, steht in engem Bezug zu den sozialräumlichen Bedingungen. Das Wohnviertel und die Wohnung als alltägliche Aufenthaltsorte und Orte der Begegnung werden für die Integration immer wichtiger (9). Diesem Verständnis tragen das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ wie auch das Forschungsprojekt „Zuwanderer in der Stadt“ (10) Rechnung. Beide Ansätze zielen auf sozialräumliche Integration ab und stellen Maßnahmen und Aktivitäten in ausgewählten Gebieten in den Mittelpunkt. Integration wird als Querschnittsaufgabe verstanden, die auf gesamtstädtischer Ebene ein ganzheitliches und ressortübergreifendes Integrationskonzept erfordert. An dessen Aufstellung und Umsetzung sind neben Verwaltung und Politik Akteure vor Ort und die Bewohnerschaft zu beteiligen. Gleichzeitig sind die örtlichen Angebotsstrukturen auf die Bedürfnisse der Bewohner auszurichten.
Integrationsangebote wie die Vermittlung der deutschen Sprache reichen allein nicht aus. Sozialräumliche Integration erfordert vielmehr gleichberechtigte Teilhabe der Zuwanderer am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben, organisiert auf Stadtteil- oder Quartiersebene. Die hierfür erforderlichen Maßnahmen müssen sich auf verschiedene Handlungsfelder beziehen und an den Lebenslagen der Bevölkerungsgruppen anknüpfen. Durch das Programm „Soziale Stadt“ werden seit vielen Jahren integrationsfördernde Maßnahmen initiiert und gefördert (11). Die Zwischenevaluierung des Programms weist aber darauf hin, dass „in der bisherigen Programmlaufzeit die Handlungsfelder Schule, Integration von Migranten und lokale Ökonomie in der Praxis noch nicht die Rolle spielten bzw. spielen konnten, die sie für die Stadtteilentwicklung eigentlich haben sollten“.(12)
Das Forschungsprojekt „Zuwanderer in der Stadt“ stellt stärker als das Programm „Soziale Stadt“ auf die Integration von Migranten ab: Das Expertenforum hat eine Vielzahl von Empfehlungen formuliert, die darauf ausgerichtet sind, die sozialräumliche Integration dieser Bewohnergruppen gezielt zu fördern.
Im Folgenden wird auf einige Handlungsfelder, die im Programm „Soziale Stadt“ wie auch im Projekt „Zuwanderer in der Stadt“ als besonders relevant erachtet werden, näher eingegangen. Zugleich werden einzelne Projekte und Maßnahmen vorgestellt. (Vgl. Praxisdatenbank www.sozialestadt.de und www.zuwanderer-in-der-stadt.de ). Um Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gleiche Chancen in Schul- und Berufsausbildung zu eröffnen, muss ein Schwerpunkt der kommunalen Integrationspolitik in der schulischen und allgemeinen Bildungsförderung liegen. Erforderliche Maßnahmen in diesem Handlungsfeld sind der Ausbau weiterführender Schulen im Quartier, vorschulischer Sprachunterricht, Hausaufgabenhilfen und schulische Förderangebote, der Ausbau von Schulen zu Stadtteilschulen und Bürgerzentren, berufliche Qualifizierungsangebote an Schulen sowie Sprachkurse für Eltern.
Eine zentrale Rolle kommt bei der Integration der Bildung zu. Ohne Kenntnisse und Gebrauch der Sprache der Mehrheitsgesellschaft und ohne gleiche Bildungschancen ist Zuwanderern der Weg in die berufliche Integration – Schlüssel zur sozialen Integration – weitgehend verwehrt.
Um Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gleiche Chancen in Schul- und Berufsausbildung zu eröffnen, muss ein Schwerpunkt der kommunalen Integrationspolitik in der schulischen und allgemeinen Bildungsförderung liegen. Erforderliche Maßnahmen in diesem Handlungsfeld sind der Ausbau weiterführender Schulen im Quartier, vorschulischer Sprachunterricht, Hausaufgabenhilfen und schulische Förderangebote, der Ausbau von Schulen zu Stadtteilschulen und Bürgerzentren, berufliche Qualifizierungsangebote an Schulen sowie Sprachkurse für Eltern.
Hierzu gibt es eine Reihe von guten Beispielen, nachahmenswürdig auch für andere Kommunen: die Sprachförderung durch Sprachmittler im Kindergarten (13) etwa oder Angebote für Deutschkurse „Mama lernt Deutsch“ in Schulen in Frankfurt/Main und Nürnberg, das Spielund Lernprogramm Hippy in Nürnberg, interkulturelle Sprachförderung im Stadtteilnetzwerk Kita-Eltern-Schule in Essen; als Beispiel für eine Stadtteilschule sei auf die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen oder den Ausbau der Bachschule zum Stadtteilzentrum in Neunkirchen verwiesen.
Die Karlschule in Hamm ist ein Beispiel für eine interkulturelle Schule. Aufgrund von Schulzusammenlegungen und einer großen Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund war es immer wieder zu Konflikten und Aggressionen in der Schülerschaft gekommen. Daher wurde ein Anti-Gewalt-Programm initiiert, das verschiedene Maßnahmen kombiniert, etwa die Beratung der Lehrer- und Schülerschaft durch ein Beratungsteam und einen Sozialpädagogen, einen Wahlpflichtunterricht „Soziales Lernen“, zusätzliche Angebote an den Nachmittagen, den Aufbau von Stadtteilarbeit, die Öffnung der Schule, Projekttage und Praktisches Lernen sowie eine Demokratisierung des Schullebens durch verstärkte Arbeit mit der Schülervertretung und durch Schülerversammlungen. Gleichzeitig fand eine Vernetzung mit außerschulischen Partnern wie dem Jugendamt und der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung ausländischer Kinder und Jugendlicher (RAA) statt, um mit aus ländischen Eltern in Kontakt zu kommen. Es wurde ein „runder Tisch“ eingerichtet, an dem alle Ämter, die Staatsanwaltschaft und die Polizei beteiligt sind. Der jährliche Tag der Nationen, an dem die Kinder ihren kulturellen Hintergrund darstellen können, trägt zum gegenseitigen Verständnis bei. Zusammen mit dem Stadtteilbüro und mit Unterstützung von Politik und Verwaltung wurden Spiel- und Lernhilfen entwickelt, ein Kinderhort etabliert und Berufsfindungsmaßnahmen angeboten. Als Schüleraktionen zu nennen sind die Sanierung eines Spielplatzes, die Pflege einer Obstwiese, die Sanierung eines Bachlaufs sowie Bau und Pflege von Nistkästen. In den Schulräumen finden heute Nähkurse für türkische Frauen statt, es gibt eine Theater-AG für jugendliche Aussiedler, Backaktionen von Sinti-Frauen, Seniorenfeste in der Turnhalle usw.
Gerade in Gebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf leisten Existenzgründer und Unternehmer mit Migrationshintergrund viel für die soziale und sozialräumliche Integration und somit auch für die Stabilisierung der Gebiete. Diese Integrationsfunktion der Migrantenökonomie im Quartier wird in Bezug auf den Arbeitsmarkt am deutlichsten. Erfolgreiche Gründungen und Betriebe bieten nicht nur dem ethnischen Unternehmer selbst, sondern auch den Auszubildenden und Angestellten die Teilnahme am Erwerbsleben und machen sie von staatlichen Transferleistungen unabhängig. Außerdem sind ethnische Gewerbebetriebe Anlauf- und Informationsstellen für Neuzugewanderte und übernehmen häufig eine Brückenfunktion: zwischen Zugewanderten und Neuzuwanderern, zwischen Migranten und deutscher Bevölkerung (14). Die Potenziale der ethnischen Ökonomie sollten daher gezielt ausgeschöpft werden, unter anderem durch kommunale Wirtschaftsförderung, die ethnische Existenzgründer und Ausbildungsverbünde ausländischer Unternehmen unterstützt.
Beispielhaft ist hier der Ausbildungsverbund ausländischer Unternehmer in Mannheim zu nennen: 1996 gegründet, trägt er zum Abbau der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund bei und fördert die Ausbildungsfähigkeit ausländischer Betriebe. Er wirbt Ausbildungsplätze an, betreut die Auszubildenden fachlich und sozialpädagogisch, berät Betriebe und qualifiziert Ausbilder. Am Ausbildungsverbund beteiligt sind rund 70 Betriebe.
Migrantinnen und Migranten – obschon vor allem in Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf überproportional vertreten – sind an den sozialen und baulichen Maßnahmen und am Stadtteilgeschehen nur marginal beteiligt. Zurückzuführen ist dies zum einen auf die jahrzehntelange gesellschaftliche und politische Ignoranz gegenüber den Zuwanderergruppen, zum anderen mangelt es häufig an Erfahrungen mit geeigneten Beteiligungsmöglichkeiten und -formen. An konventionellen Stadtteilentwicklungsprojekten und Vereinsstrukturen beteiligen sich Migranten kaum (15). Sprachliche und kulturelle Barrieren tragen dazu bei, dass Migranten sich in ihre ethnischen Bezüge zurückziehen und für andere Anlässe nur schwer zu aktivieren sind (16).
Insgesamt zeigt das breite Maßnahmenspektrum zur Verbesserung der Quartiersimages in den Einschätzungen der Verwaltung offenbar bereits Wirkung: Für fast 80 Prozent der Programmgebiete werden auf die Frage nach Erfolgen der Programmumsetzung eine "verbesserte Atmosphäre" in den Quartieren und für fast 70 Prozent "Imagegewinn" angegeben.
Um die gesellschaftliche Teilhabe von Zuwanderern zu fördern und sie in die Gestaltung des Quartiers einzubeziehen, sind niedrigschwellige Beteiligungsangebote nötig, z.B. die Einrichtung von Kommunikationsund Begegnungsorten, die Unterstützung ethnischer Selbstorganisationen, die Durchführung von Stadtteilfesten, die Förderung von Nachbarschaften oder der Einsatz von Konfliktschlichtern.
Positiv auf die Beteiligungsbereitschaft wirkt sich aus, wenn das Quartiermanagement mit einem bikulturellen Mitarbeiter/einer bikulturellen Mitarbeiterin besetzt ist wie im Berliner Wrangelkiez. Die dort tätige Quartiermanagerin türkischer Herkunft hat mit dem Projekt „Imece“ ein Aktivierungs- und Beteiligungsverfahren geschaffen, das am biografischen Hintergrund und der Lebensumwelt türkischsprachiger Bewohnerinnen und Bewohner anknüpft. Das Projekt lässt sich in drei Phasen gliedern: Eine aktivierende Befragung und eine Bewohnerversammlung wurden mit dem Ziel durchgeführt, Wünsche sowie das Beteiligungsinteresse auszuloten. Die Wünsche, vorgestellt auf einer Bewohnerversammlung, bezogen sich auf die Verschönerung des öffentlichen Raums, auf Unterstützung bei der Kindererziehung, auf Begegnungsmöglichkeiten sowie Fortbildung und Sprachvermittlung. Es folgte die Etablierung eines regelmäßigen Treffens mit Migrantinnen aus dem Kiez. Dort werden untereinander Informationen ausgetauscht, und Experten informieren über Fachthemen. Während der Treffen ist für Kinderbetreuung gesorgt. Die dritte Phase dient der Stabilisierung der Beteiligung und ihrer Ausweitung. Außerdem wurde ein Elterntreffen eingerichtet, in dem ein erfahrener Lehrer Kurzvorträge zur Kindererziehung hält oder andere Experten eingeladen werden. Das Treffen ist in die Schulstation an einer Grundschule integriert. Ein Teil der Eltern wurde zu „Multiplikatoren“ fortgebildet, die das Gelernte an andere Eltern weitergeben oder diese zur Mitarbeit motivieren können.
Immer noch werden soziale Einrichtungen von Migrantinnen und Migranten selten aufgesucht, deren Angebote kaum in Anspruch genommen. Dies liegt einerseits in der Mittelschichtorientierung der Angebote, die sich nicht an den Lebensbedingungen und -erfahrungen ihrer Klienten orientieren, andererseits an einer Zurückhaltung der Zugewanderten, öffentliche und staatlich geförderte Dienste anzunehmen. Um hier entgegen zu wirken, ist es notwendig, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund einzustellen und in den Einrichtungen interkulturelle Kompetenzen auf- und auszubauen. Dies trifft auch für die öffentliche Verwaltung und staatliche Organe zu. Beispielhaft für die interkulturelle Öffnung der öffentlichen Ver waltung sind die Stadtverwaltungen von Essen, Stuttgart und München.
Verwiesen sei hier auch auf das Modellprojekt „Interkulturelle Öffnung der sozialen Dienste in Moosach“, in dessen Rahmen zwei Sachverständige für Migrationsfragen im Münchner Gebiet Moosach arbeiten. Träger sind die InitiativGruppe Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V. sowie der Caritas-Verband, gefördert wird es von der Stadt. Die Sachverständigen entwickeln in Kooperation mit den Einrichtungen im Gebiet Ansätze, wie die Migrantenbevölkerung in die Stadtteilstrukturen einbezogen werden kann. Eine Umfrage in den Einrichtungen vor Ort nach vorhandenen Strategien und Ressourcen für die Arbeit mit Migranten ergab folgenden Handlungsbedarf: Fortbildungsmaßnahmen interkulturellen Inhalts, interkulturelle Fachpersonalentwicklung durch Erhöhung des Anteils von Personal mit Migrationserfahrung und der interkulturellen Kompetenz sowie Stärkung des interkulturellen bürgerschaftlichen Engagements. Entsprechende Fortbildungsmaßnahmen wurden in den Einrichtungen durchgeführt und die Institutionen im Rahmen von Qualitätsmanagement betreut. Daran anschließend wurden Orientierungskurse für Frauen aus Afghanistan und der Türkei sowie interkulturelle Trainings für die Fachbasis in Moosach durchgeführt. Neben kulturellen Veranstaltungen und der Beteiligung an dem Stadtteilkulturtag im Gebiet wurden auch ehrenamtliche Dolmetscher „angeworben“, in Zusammenarbeit mit dem Alten- und Servicezentrum Moosach soziale Beratung in kroatischer Sprache angeboten und ein russisch-deutscher Gesprächskreis im Alten- und Servicezentrum eingerichtet. Das Projekt endet 2004 in Moosach, danach wird es in zwei anderen Regionen der Stadt durchgeführt.
Öffentliche Sicherheit und Ordnung beeinflussen die Lebensqualität gerade in Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf ganz maßgeblich. Diese Einschätzung wird bestätigt durch Ergebnisse der Befragung zu den Handlungsfeldern und Maßnahmen, die in den Programmgebieten durchgeführt wurde (17).
Wenn Bewohnerinnen und Bewohner ihr Sicherheitsempfinden beeinträchtigt sehen, wirkt dies integrationshemmend. Diffuse Ängste werden in der Regel auf „Fremde“ projiziert, auf Personen, die sich durch Aussehen, Sprache und Verhalten von Einheimischen unterscheiden. Das Unsicherheitsgefühl kann oft schon durch bauliche Maßnahmen verkleinert werden, z.B. durch bessere Beleuchtung und die Beseitigung von Sichthindernissen. Das Sicherheitsempfinden lässt sich zudem durch personelle Maßnahmen wie Präsenz von Hausbetreuern und Kontaktbereichsbeamten erhöhen.
Die Qualität des Zusammenlebens und damit auch die Stimmung im Quartier hängen auch wesentlich davon ab, wie Wohnumfeld und öffentlicher Raum gestaltet sind. Letztere sind Orte der Begegnung und des Austauschs. Sie sollten daher zur Begegnung einladen und den oft eingeschränkten Wohnraum ergänzen. Gemeinschaftsräume mit gleichberechtigtem Zugang für Menschen mit unterschiedlichen Interessen und Gewohnheiten sind bereit zu stellen. Sie sollten möglichst in Eigenverantwortung der Nutzerinnen und Nutzer betrieben werden.
Im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel wurde in der Lenzsiedlung, einer Großwohnsiedlung mit hoher Bevölkerungsdichte und vielen Kindern und Jugendlichen aus 26 Nationen, für den Innenbereich der Siedlung ein Freiraumkonzept erstellt. Eine Befragung hatte ergeben, dass der Zustand des unmittelbaren Wohnumfeldes für die Bewohner das größte Problem darstellt und nicht, wie vermutet, der Zustand der Hausfassaden und -dächer. Da die vorhandenen Freiflächen nicht ausreichten, wurde das Projekt „Bewegungsräume Lenzsiedlung“, gekoppelt mit dem Stadtteilentwicklungsprogramm und dem Programm „Spielraum Stadt“, in Angriff genommen. Dafür bildete sich eine Projektgruppe mit Vertretern von Sportvereinen, des Vereins für Kinder, Jugend und Gemeinwesen Lenzsiedlung e.V., des Wohnungsunternehmens SAGA, des Bezirksamtes, des Quartiersentwicklungsmanagements sowie eines Landschaftsplanungsbüros als Anwaltplaner. Gemeinsam mit der Bewohnerschaft wurde ein Freiraumkonzept erarbeitet. Zeitgleich mit der Gebäudesanierung wurden dann eine Beach-Volleyball-Anlage und Spielplätze angelegt, Stellflächen eingegrünt, Müllsammelplätze neu gestaltet und das Fuß- und Radwegenetz ausgebaut. Mit Ortsbegehungen, der Arbeit an Freiraummodellen, dem Anfertigen von Spielraum-Collagen und Zeichnungen konnte sich die Bewohnerschaft an der Planung beteiligen und die Gestaltung beeinflussen. Genutzt wurden auch Schul-Projektwochen, um Schülerinnen und Schüler mit einzubeziehen (18).
In sozialer Hinsicht umfasst das Zusammenleben im Stadtteil ein Miteinander, Nebeneinander oder auch Gegeneinander der verschiedenen Bewohnergruppen. In der Regel sind in den Stadtteilen alle drei Formen des Zusammenlebens vorhanden. In Stadtteilen mit besonderem Entwicklungsbedarf hat sich vielfach ein Milieu entwickelt, das die Artikulationsfähigkeit und das Selbstvertrauen der Quartiersbevölkerung negativ beeinflusst, Sprachlosigkeit und Konflikte fördert. Wenn Gelegenheiten zur Begegnung und Interaktion fehlen, entstehen leicht Vorurteile und gegensei tige Ablehnung. In der Regel ist ein Nebeneinanderleben von Deutschen und Migranten zu beobachten, nachbarschaftliche Kontakte zwischen ihnen sind – wie viele Untersuchungen zeigen – meist unverbindlich. Häufig wird das Zusammenleben deutscher und ausländischer Bevölkerungsgruppen durch starke Konkurrenzen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erschwert. Soziale Konkurrenz und sozialer Neid führen zu Ablehnung und zu Vorurteilen. Dazu kommt, dass die bestehenden Infrastrukturangebote von den Zuwanderern nicht oder nur unzureichend genutzt werden; häufig sind sie gar nicht bekannt. Hilfreich ist hier ein interkultureller Ansatz in allen Bereichen der Stadtteilarbeit, um ethnische Benachteiligungen abzubauen, Ausgrenzungen zu verhindern und Integration und Teilhabe zu ermöglichen.
Beispielhaft für interkulturelle Stadtteilarbeit und die Vernetzung der Migrantenbevölkerung und der einheimischen Akteure ist die Entwicklung von interkulturellen Nachbarschaften und von Zivilkompetenz durch das interkulturelle Büro der Stadt Darmstadt im Stadtteil Kranichstein-Süd. Um eine Migrantenarbeitsgruppe im Stadtteil aufzubauen, wurden potenzielle Multiplikatoren in Migrantenvereinen zu einem ersten Treffen eingeladen, auf dem die Situation im Gebiet und die Bedürfnisse im Stadtteil erörtert wurden. Auf nachfolgenden Arbeitssitzungen wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Institutionen im Stadtteil eingeladen oder aufgesucht. Daran anschließend wurden in der Arbeitsgruppe Projekte diskutiert, mit denen sich gute Nachbarschaften im Quartier schaffen ließen. Die Arbeitsgruppe, in der sieben Migranten-Communities vertreten sind, beteiligte sich an Projekten anderer Bürgerarbeitsgruppen, von Vereinen und Institutionen im Stadtteil und hat sich mittlerweile als Bürgerarbeitsgruppe konstituiert. Sie tagt regelmäßig alle sechs Wochen und ist an die Stadtteilwerkstatt angebunden. Durch ihre Beteiligung an Informationsveranstaltungen, Stadtteilfesten und kulturellen Aktivitäten im Gebiet entstehen Kontakte zwischen Zugewanderten und Einheimischen. Das Interkulturelle Büro übernahm die Moderatorenrolle beim Aufbau der Migrantenarbeitsgruppe sowie bei der Vernetzung mit den Stadtteilakteuren und Stadtteilgremien.
Neben Integrationsangeboten im Gebiet wie „Mama lernt Deutsch“ an den Schulen mit hohem Migrantenanteil und Elterngesprächskreisen an Schulen und Kindergärten, in denen sich Eltern über erziehungs- und bildungsrelevante Themen informieren können, werden zweisprachige Informationsveranstaltungen mit Migrantenvereinen durchgeführt. Das Übersetzen während der Informationsveranstaltungen und die muttersprachigen Einladungen übernimmt ebenfalls das Interkulturelle Büro. Durch diese Fortbildung soll ein Standardrepertoire an Methoden vermittelt werden, die kontextbezogen eingesetzt werden können, um Konflikte zu lösen oder deeskalierend zu wirken.
Da der Arbeitsmarkt als Integrationsfaktor seine hervorragende Bedeutung zunehmend verliert, werden der Sozialraum und die Wohnung/Wohnumgebung sowie die dort vorhandenen Infrastruktureinrichtungen immer wichtiger. Darüber hinaus eignen sich die Stadtteil- und Quartiersebene besonders dafür, Migrantinnen und Migranten in die Projektentwicklung und Maßnahmenumsetzung einzubeziehen. Zusammenleben findet konkret in den Stadtteilen statt, sodass Interventionsmaßnahmen, Integrations- und Partizipationsangebote auch dort ansetzen müssen. Dabei ist zu beachten, dass Integration vor Ort eine Querschnittsaufgabe ist, die auf städtischer Ebene eine ganzheitlich angelegte und ämterübergreifende Konzeption verlangt. Moderation und Koordination der auf Quartiersebene zu schaffenden Netzwerke sollten beim Quartiermanagement liegen. Zu dessen Aufgaben gehört auch, die Partizipation und Beteiligung von Zuwanderern zu verbessern und Migrantenorganisationen einzubeziehen.
(1) Bei einer Bevölkerungszahl von 60 Millionen würde die Zahl der Erwerbspersonen von 41 auf 26 Millionen zurück gehen; vgl. Bericht der Unabhängigen Kommission „Zuwanderung“, Bonn 2001. ![]()
(2) Die Arbeitslosenquote der Migranten ist in den letzten zwei Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen und liegt mit über 20 Prozent doppelt so hoch wie die der Deutschen.
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(3) Elwert, Georg, Unternehmerische Illegale, in: IMIS-Beiträge 19 (2002), S. 7–20, hier S. 10. ![]()
(4) Mit dem Regierungswechsel 1998 wurde eine neue Phase der Ausländerpolitik eingeleitet: „Integration ist fester Bestandteil unserer Geschichte und wird es in Zukunft bleiben“. Die Akzeptanz der Einwanderung schlug sich nieder in der Änderung des Staatsangehörigkeitsrechts (Implementierung von Elementen des Territorialprinzips/Geburtsortprinzips) und in der Einberufung der unabhängigen Kommission „Zuwanderung“ durch den Bundesminister des Innern. ![]()
(5) Im Schnitt kamen zwischen 1950 und 1987 jährlich etwa 37 000 Aussiedler in die Bundesrepublik Deutschland. Nach der Liberalisierung der Ausreisebestimmungen im Zuge der politischen Umbrüche in den Herkunftsländern stieg die Zahl von 1989 bis 1993 auf insgesamt 1,2 Mio. Fast im selben Zeitraum, nämlich zwischen 1988 und 1993, wurden 1,4 Mio. Asylbewerber aus Osteuropa, den Balkanstaaten und der Türkei gezählt; hinzu kamen 350 000 Kriegsflüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina. ![]()
(6) Zwar ist der Bevölkerungsanteil der Zuwanderer in ländlichen Regionen in Westdeutschland niedriger als in großen Städten, er ist aber höher als der entsprechende Anteil in den neuen Bundesländern, der bei Werten um zwei Prozent liegt.
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(7) Vgl. beispielsweise Häußermann, Hartmut/Siebel, Walter, Integration und Segregation – Überlegungen zu einer alten Debatte, in: Deutsche Zeitschrift für Kommunalwissenschaften, Heft 1 (2001), S. 68–79; Siebel, Walter, Segregation und Integration. Voraussetzungen für die Integration von Zuwanderern, in: Schader-Stiftung (Hrsg.), wohn:wandel. Szenarien, Prognosen, Optionen zur Zukunft des Wohnens, Darmstadt 2001, S. 228–242. ![]()
(8) Krummacher, Michael, Migranten in der „Sozialen Stadt“ – Probleme, Herausforderungen, Lösungsstrategien, in: Forum Wohneigentum, Bonn 2005, Nr. 1, S. 22–26, hier S. 23. ![]()
(9) Häußermann, Hartmut/Siebel, Walter, Soziale Integration und ethnische Schichtung – Zusammenhänge zwischen räumlicher und sozialer Integration. Gutachten im Auftrag der Unabhängigen Kommission „Zuwanderung“, 2001. ![]()
(10) Das Projekt „Zuwanderer in der Stadt“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm „Bauen und Wohnen im 21. Jahrhundert“, ist ein Verbundprojekt. Projektpartner sind die Darmstädter Schader-Stiftung, der Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen, der Deutsche Städtetag sowie das Deutsche Institut für Urbanistik, Berlin, und das Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung, Bochum. Das Projekt ruht auf zwei Säulen, einem Expertenforum aus Praktikern und Wissenschaftlern und dem so genannten Praxis-Netzwerk aus lokalen und regionalen Akteuren der Kommunen und Wohnungswirtschaft der Städte Berlin, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, München und Nürnberg. Unter Berücksichtigung von flankierenden Forschungsergebnissen hat das Expertenforum die Aufgabe, den Forschungsstand und praktische Erkenntnisse zur sozialräumlichen Integration von Zuwanderern zu bündeln und zu systematisieren mit dem Ziel, jene Bedingungen und Zusammenhänge zu benennen, die die sozialräumliche Integration von Zuwanderern in Deutschland fördern oder behindern. Aufgabe des Praxis-Netzwerks ist es, die Ergebnisse des Expertenforums auf die jeweils lokalen Zusammenhänge zu übertragen, um dadurch die kommunale und wohnungswirtschaftliche Praxis der sozialräumlichen Integration von Zuwanderern weiter zu entwickeln. Anfang 2005 legte das Expertenforum seine Ergebnisse in Form von Empfehlungen für die sozialräumliche Integration von Zuwanderern vor.
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(11) Siehe dazu die Praxisdatenbank in www.sozialestadt.de ![]()
(12) Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik (IfS), Die Soziale Stadt. Ergebnisse der Zwischenevaluierung, Berlin 2004, S. 193 ff. ![]()
(13) Siehe dazu Soziale Stadt Info 15, Sprachförderung im Elementarbereich in Niedersachsen, S. 13 f. ![]()
(14) Schuleri-Hartje, Ulla-Kristina/Floeting, Holger/Reimann, Bettina, Ethnische Ökonomie – Integrationsfaktor und Integrationsmaßstab Darmstadt/Berlin 2005. ![]()
(15) Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (ILS) (Hrsg.), Integration von Migrantinnen und Migranten im Wohnbereich, Dortmund 2001, S. 72. ![]()
(16) Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (ILS) (Hrsg.), Analyse des integrierten Handlungsprogramms für Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf, Dortmund 2000, S. 47 f. ![]()
(17) Deutsches Institut für Urbanistik, Strategien für die Soziale Stadt. Erfahrungen und Perspektiven – Umsetzung des Bund-Länder-Programms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“, S. 100 f. ![]()
(18) Siehe dazu: Preis Soziale Stadt 2004. Dokumentation. Berlin 2004, S. 14 f. ![]()
Dr. rer. soc. Bettina Reimann,
Dipl.-Volksw. Ulla Schuleri-Hartje, Deutsches Institut für Urbanistik
Quelle: Soziale Stadt - info 17, Der Newsletter zum Bund-Länder-Programm Soziale Stadt, Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, 2005