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soziale stadt - bundestransferstelle

Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit
besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt"

 

Nordrhein-Westfalen: Duisburg, Marxloh


Begegnungsstätte an der Moschee/Dialog unter dem Kuppelbau

Interkultureller und interreligiöser Dialog im Stadtteil

Begegnungsstätte und Moschee in Duisburg

Begegnungsstätte und Moschee in Duisburg
Copyright: DITIB-Gemeinde an der Warbruckstr., Duisburg

 


hochZentral(e) Handlungsfeld(er)

Inhaltliche Handlungsfelder:Soziale Aktivitäten und soziale Infrastruktur, Zusammenleben unterschiedlicher sozialer und ethnischer Gruppen

Der Schwerpunkt liegt im inhaltlichen Handlungsfeld.

hochProjektbeschreibung

Der Stadtteil Marxloh wird kulturell, sozial und wirtschaftlich im wesentlichen von Einwanderern, vor allem islamisch-türkischer Abstammung, geprägt. Sie sind überwiegend in den 60er und 70er Jahren nach Deutschland gekommen und haben in Marxloh nach vielen Jahren Wurzeln geschlagen. Ihnen ist der Stadtteil zur zweiten Heimat geworden.

An der Warbruckstraße in Duisburg-Marxloh befindet sich eine der ältesten und größten islamischen Gemeinden in Duisburg - die DITIB-Merkez Moschee. Entstanden aus der ehemaligen Kantine des Bergwerks Marxloh und gegründet von den Arbeitern dieses Werkes, hat sich die DITIB-Merkez Moschee kontinuierlich um einen offenen und kooperativen Umgang mit den Institutionen und Vertretern der Stadt bemüht und stetig einen guten Kontakt mit der Bevölkerung des Stadtteils aufgebaut. Die DITIB Merkez Moschee hat sich in ihrer fast 20jährigen Geschichte auf diese Weise zu einem Ort des interkulturellen und interreligiösen Austausches entwickelt.

Das Projekt Begegnungsstätte und Moschee in Duisburg-Marxloh wurde im Dialog mit allen direkt und indirekt Beteiligten erarbeitet: Moscheegemeinde, Verantwortliche im Stadtteil und in der Stadt, Kirchenvertreter, interessierte Einzelpersonen und Wissenschaftler. Um eine "Kultur des Miteinanders" im Stadtteil zu entwickeln, sollten bauliche, konzeptionelle und gesellschaftliche Elemente gleichermaßen integriert werden, denn es handelt um ein wichtiges städtebauliches Projekt in einem muslimisch geprägten öffentlichen Raum.

Der Name Merkez (dt. "Zentrum") verdeutlicht die mit der Gemeinde von Anfang an verbundene und gewollte Funktion für die Muslime in Duisburg, aber auch für Andersgläubige und engagierte Bürger, die an der Warbruckstraße zu verschiedenen Themen und Aktionen immer auf Wohlwollen und Partner gestoßen sind. Dieser zentrale Charakter der Gemeinde an der Warbruckstraße und das Verständnis für das gemeinsame und offene Miteinander sollte nicht nur beibehalten, sondern unter dem Motto "Dialog und Bildungsarbeit unter der Kuppel" vertieft und ausgebaut werden.

Duisburg-Marxloh ist ein Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf, der vom Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport (MSWKS) anerkannt wurde und gefördert wird. Die Stadt Duisburg hat mit der Umsetzung dieses Programms die EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg als Sanierungsträger beauftragt. Das Stadterneuerungsgebiet Duisburg-Marxloh wurde auch zur Förderung der Gemeinschaftsinitiative der EU, URBAN, angemeldet. Das operative Programm enthielt vor allem im Handlungsfeld 3 – Verbesserung der sozialen Infrastruktur – multikulturelle Kulturprojekte und Projekte zur Bürgeraktivierung, die im Stadtteil nachhaltigen Anklang gefunden und zu einer Verbesserung der Verständigung unter den Bürgern geführt haben. Daraus ist in der Moscheegemeinde der Wunsch entstanden, beim erforderlichen Neubau des Moscheegebäudes auch Räume für die Weiterführung- und Weiterentwicklung dieser angelaufenen Projekte vorzusehen.

Mit der Begegnungsstätte wird erstmals ein offener Ort geschaffen, der der Lebenswelt und der Identität der muslimischen Bevölkerungsgruppe in Marxloh entspricht. Über Bildungsangebote u.a. für Frauen und Betreuungsleistungen für ältere Migrantinnen und Migranten, sollen Defizite in der Angebotsstruktur des Stadtteils ausgeglichen werden. Die Räume sollen aber auch nichtmuslimischen Bürgern des Ortsteiles als Begegnungsstätte zur Verfügung stehen, um das Miteinander im Ortsteil insgesamt zu stärken und Vorurteile abzubauen. Die Begegnungsstätte wird ein Islamarchiv umfassen und die Verantwortlichen entwickeln in Kooperation mit Partner in und an der Universität Duisburg-Essen Projekte auch auf der Ebene von Forschung und Lehre.

Um dieses Ziel durch die Begegnungsstätte dauerhaft zu erreichen und das Konzept auf eine breite Basis, auch bei der nichtmuslimischen Bevölkerung, zu stellen, hat die Gemeinde einen Beirat installiert, in dem viele örtliche Institutionen wie Vereine, christliche Kirchen, Kaufleute, politische Parteien, Sanierungsträger und Nachbarn vertreten sind. Dieses Gremium hält darüber hinaus intensive Kontakte zu den im Zuge der Stadterneuerung im Ortsteil eingerichteten Foren (Runder Tisch, Vereinsstammtisch, Förderverein Marxloh u.a.), soweit sie nicht selber Mitglieder des Beirats sind. Durch die Offenheit der Diskussionen im Beirat, verbunden mit der Anbindung an die vorhanden örtlichen Gremien und den entsprechenden Rückflüssen ist die Notwendigkeit einer der Moschee zugeordneten aber für alle offenen Begegnungsstätte deutlich geworden. Um diese Offenheit in den Ortsteil und für alle Bürger auf Dauer sicherzustellen, wird die Gemeinde den Beirat auf Dauer in die Organisation der Begegnungsstätte einbinden.

Anhand der Vorgaben und Ziele des Operativen Programms URBAN, und des Leitbildes der Stadt Duisburg für die Stadterneuerung des Stadtteils Duisburg-Marxloh, wurden Trägerstrukturen und Konzepte für die Begegnungsstätte erarbeitet. Die Projektentwicklung wird von der EG DU begleitet.

Alle Abbildungen zu diesem Beitrag

hochAutor der Projektbeschreibung

Leyla Özmal

hochZielgruppe

Bewohnerinnen / Bewohner, Ausländerinnen / Ausländer

 

hochGenderaspekt

nein

hochFinanzierung

Mittel aus Landesprogrammen, Sponsoring / Spenden

hochErläuterungen Finanzierung

  • Die Gemeinde wird das Bauobjekt über Spendensammlung (Mitglieder und Muslime aus dem Stadt- und Landgebiet) verwirklichen.
  • Die Gemeinde hat einen Projektantrag im Rahmen des "Projektaufruf Ruhr-Initiativen in Stadtteilen und Siedlungen" gestellt.

 

hochProjektträger

  • Diyanet Türk Islam Kültür Dernegi
  • Diyanet-Türkisch-Islamischer Kulturverein e.V.

hochProjektbeteiligte

  • Kirchen und andere TrägerInnen des interreligiösen Dialogs,
  • Schulen im Stadtteil und viele andere Akteure aus dem Stadtteil

hochLaufend seit

Januar 2002

hochVoraussichtliches Projektende

Ende 2006

hochAnsprechpartner

Projektebene Gebietsebene Kommunalebene
Frau  Zülfiye Kaykin
Ardesstr. 21
47167 Duisburg
Telefon: +49(0)203/4060467
Telefax: +49(0)203/4060467
E-mail: zkaykin@aol.com

Kultur und Sport
Frau  Leyla Özmal
Entwicklungsgesellschaft Duisburg mbH (EG DU)
Willy-Brandt-Ring 44
47169 Duisburg
Telefon: +49 (0)203/9942942
Telefax: +49 (0)203/9942963
E-mail: loezmal@eg-du.de
WWW: www.eg-du.de

Frau  Nese Kartal
Integrationsbüro der Stadt Duisburg
Telefon: +49(0)203/8009537
E-mail: N.Kartal@stadt-duisburg.de

Stand: 15.04.2004

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