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soziale stadt - bundestransferstelle

  

Beispiel: Q.pong - Gutscheinheft zur Förderung sozialer- und kultureller Projekte

Saarbrücken - Nauwieserviertel, Saarland

Projektbeschreibung

Zur Unterstützung der Lokalen Ökonomie und zur Förderung von sozialen und kulturellen Projekten im Quartier wird im Saarbrücker Nauwieserviertel seit Oktober 2001 ein Rabattheft herausgegeben. Das Q.pong-Heft ist eine Gutscheinsammlung mit rund 40 Bons von Einzelhandels-, Gastronomie- und Handwerksbetrieben aus dem Quartier. Einzelne Unternehmen bieten durch die Gutscheine vergünstigte Waren und Dienstleistungen an. Im ersten Durchlauf wurde das Gutscheinheft, das einen Gegenwert von rund 500 DM hatte, wenn alle Bons eingesetzt wurden, zum symbolischen Preis von 15 DM angeboten. (Das zweite Heft kostete 7,50 Euro mit einem Gesamtwert von rund 300 Euro.) Nach dem Kauf des Heftes können sechs Monate lang Gutscheine eingelöst, dabei Geld gespart und die Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten sowie Dienstleistungen im Nauwieserviertel ausprobiert werden. Die lokale Wirtschaft im Quartier kann sich durch die Werbung im Gutscheinheft und durch die Gutscheine selbst der Käuferschaft auf eine neue Weise präsentieren. Damit werden Kaufkraft in das Gebiet gelenkt und die Bevölkerung an die Geschäfte und Einrichtungen gebunden.

Mit dem Erlös der Hefte werden soziale und kulturelle Maßnahmen im Gebiet unterstützt. Über die Vergabe der Verkaufserlöse entscheidet eine Jury aus Käuferinnen und Käufern des Gutscheinheftes. Durch die erste Auflage (1 000 Hefte) konnten acht Einrichtungen im Nauwieserviertel mit insgesamt rund 7 000 Euro unterstützt werden; unter anderem gehörten dazu der Verein Therapie Interkulturell e.V. in seiner Arbeit mit Flüchtlingsfrauen, der Kulturverein in Gründung "Rockstar e.V." für die Organisation von Veranstaltungen, der Förderverein Grundschule und Halboffener Hort Rotenberg e.V. für Hausaufgabenbetreuung und Sprachförderung sowie das Kino 8½ für seine Filmangebote. Die Idee und das Konzept für das Q.pong-Heft wurden vom Netzwerk Selbsthilfe Saar e.V. entwickelt.

Good-Practice-Begründung

Das "Q.pong"-Heft ist ein Mehrzielprojekt, denn neben der Erhöhung der Wertschöpfung im Gebiet können die Käuferinnen und Käufer vergünstigt konsumieren und unterstützen gleichzeitig kulturelle und soziale Initiativen, deren Arbeit der gesamten Stadtteilentwicklung förderlich ist. Die zweite Auflage des Heftes hat bereits gezeigt, dass die Anschubfinanzierung einen Beitrag zum Aufbau langfristig selbsttragender Strukturen leisten konnte, und dass eine dauerhafte finanzielle Sicherung nunmehr auch ohne Fördermittel möglich ist.

Projektträger und Beteiligte


  • Netzwerk Selbsthilfe Saar e.V. (Projektträger)
  • Landeshauptstadt Saarbrücken, Stadtplanungsamt (Projektträger)
  • Einzelhandel, Unternehmen und Einrichtungen im Nauwieserviertel
  • Käuferschaft im Nauwieserviertel
  • Soziale und kulturelle Projekte, die sich im Nauwieserviertel engagieren

Zielgruppen


  • Lokales Gewerbe
  • Käuferschaft im Nauwieserviertel
  • Soziale und kulturelle Projekte, die sich im Nauwieserviertel engagieren

Projektkosten und Finanzierung

Erstes Q.pong-Heft

  • 8 255 DM Bund-Länder-Programm Soziale Stadt (Anschubfinanzierung)
  • 7 500 DM Mittel aus Landesprogrammen: Totomittel des Ministeriums für Frauen, Arbeit, Gesundheit, Soziales
  • 750 DM Stiftungsgelder: Stiftung Mitarbeit
  • 1 850 DM Sonstige private Mittel: Bearbeitungsgebühr von den beteiligten Unternehmen

Zweites Q.pong-Heft

Für das zweite Q.pong-Heft standen keine öffentlichen Fördergelder mehr zur Verfügung. Es wurde aus Werbeeinnahmen und der inzwischen erhöhten Bearbeitungsgebühr von den beteiligten Unternehmen finanziert. Auch leistete der Netzwerk Selbsthilfe Saar e.V. einen finanziellen Beitrag. Die Gesamtkosten waren deutlich geringer, da das Layout des Heftes mit seinem Logo von der ersten Ausgabe übernommen wurde.

Laufzeit


  • Seit Oktober 2001 fortlaufend

Weitere Informationen


  • Austermann, Klaus (Verf.); Zimmer-Hegmann, Ralf (Verf.); Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Analyse der Umsetzung des integrierten Handlungsprogramms für Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf, Dortmund 2000
  • Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Lokale sozio-ökonomische Strategie in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf, Dortmund 2000
  • www.eg-du.de
  • Beschreibung in der Soziale-Stadt-Projektdatenbank

Ansprechpartnerinnen und -partner

Projektebene

Kommunalebene

Antje Blacha
Rolf Lauermann
Illi Reusch

Netzwerk Selbsthilfe Saar e.V.
Nauwieserstraße 19, 66111 Saarbrücken
E-Mail: Netzwerk@t-online.de
Telefon: +49 (0)681/371502
Telefax: +49 (0)681/376012
www.nauwieser19.de/Netzwerk/netzwerk.htm

Uli Heimann

Landeshauptstadt Saarbrücken
Stadtplanungsamt
Bahnhofstraße 31, 66111 Saarbrücken
Telefon: +49 (0)681/905-4078
Telefax: +49 (0)681/905-4155

Stand: 2003



  
 

Quelle: Deutsches Institut für Urbanistik: Good Practice in Altbau- und gemischten Quartieren. Eine Analyse im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt", Arbeitspapiere zum Programm Soziale Stadt Bd. 10, Berlin, 2003

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